3.130.2.16 - Wilhelmsthal, Schloß, Corps de Logis, Entwurf zum Mansardgeschoß, Grundriß



3.130.2.16 - Wilhelmsthal, Schloß, Corps de Logis, Entwurf zum Mansardgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 14
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Schloß, Corps de Logis, Entwurf zum Mansardgeschoß, Grundriß
Künstler: unbekannt
Datierung: 1756 (vor)
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, schwarz und grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "P"
Maße: 50,7 x 76,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Schuech"
Beschriftungen: in der Darstellung: Buchstaben (Feder in Braun)
verso: "Alte Zeichnungen" (Graphit)
verso: "Abb. B. 17" (Graphit)


Katalogtext:
Die Entstehung des Entwurfs für das Mansardgeschoß des Corps de Logis ist zwischen der Grundsteinlegung (1753) und dem Einzug des Landgrafen in die für ihn konzipierte Wohnung im nördlichen Teil des Erdgeschosses (1756) anzunehmen. Bemerkenswert bei diesem Grundriß ist die für Kassel ungewöhnliche Verwendung des Maßes "Schuech", die auf eine Entstehung in München oder zumindest einen süddeutschen Zeichner hindeutet. Obwohl das Blatt in Zusammenhang mit der Entwurfsserie von François de Cuvilliés zu sehen ist, läßt sich für die von Bleibaum vorgenommene Zuschreibung an Cuvilliés kein gesicherter Hinweis finden (Bleibaum 1932, S. 42; Schmidt-Möbus 1995, S. 134).
Der Aufteilung der unteren Geschosse folgend ist in der Mittelachse ein zur Hofseite ausgerichteter querliegender Vorraum angelegt, dessen Nutzung aus dem Blatt jedoch nicht ablesbar ist. Die Darstellung des dahinterliegenden großen Hauptraums mit seinem erhöhten Boden - eine Konstruktion, die durch die Plafonderhöhung in der Beletage nötig wurde - entspricht dem Baubestand. Dagegen wurde die Fensteranordnung mit den großen Abständen an den Schmalseiten in dieser Form nicht ausgeführt und zeigt sich auch bei keiner der bekannten Planungsphasen, weshalb Schmidt-Möbus der Zeichnung einen Sonderstatus zuschreibt (Schmidt-Möbus 1995, S. 134). Auf der Ostseite, zum Garten hin, befinden sich zwei zusammenhängende Zimmer, die vermutlich als Schlaf- und Garderobenraum zu nutzen waren und dem höhergestellten Hofpersonal zur Verfügung standen. Leerstellen in den Zwischenwänden markieren die Rauchabzüge, die in der späteren Ausführung auf vier Kamine zusammengeführt wurden. Auf der Westseite, einem Erschließungskorridor gegenüberliegend, ist ein weiterer nahezu quadratischer Raum angeordnet, der eine Verbindung zum oberen Vestibül hat. Der verbleibende Raum zur Nordwestecke hin wird von einem kleinen Einzelzimmer, einem schmalen, wohl nur als Abstellkammer nutzbaren Raum und der Dachgeschoßtreppe mit Zugang eingenommen. Auf der Südseite ergibt sich in symmetrischer Anordnung das gleiche Bild. Im Vergleich zu der recht ungelenken Enwurfszeichnung von Simon Louis Du Ry (Marb. Dep. 32) ist die Verteilung der Räume besser gelöst und die notwendigen Erschließungsteile sind ohne großen Raumverlust in den Grundriß eingeschrieben worden.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Bleibaum 1932, S. 40, Abb. 21, S. 42; Braunfels 1938, S. 77f.; Schmidt-Möbus 1995, S. 134, Kat.Nr. 34, Abb. 61


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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