2.9.1.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Speisesaal auf dem Apolloberg, Entwurf, Grundriß, Aufriß und Längsschnitt



2.9.1.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Speisesaal auf dem Apolloberg, Entwurf, Grundriß, Aufriß und Längsschnitt


Inventar Nr.: Marb. Dep. 184
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Speisesaal auf dem Apolloberg, Entwurf, Grundriß, Aufriß und Längsschnitt
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt
Datierung: 22.03.1823
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau, rot, blau und ocker laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / TURKEY MILLS / 1819"
Maße: 65,8 x 46,1 cm (Blattmaß)
55,2 x 35,4 cm mit beigem Randstreifen (Darstellungsmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: in der Darstellung: "Project zu einem Tempel im griechischen Style / als Speise-Saal dienent, und / zu erbauen auf dem Appolloberg zu Wilhelmshöhe" (Graphit)
oben rechts: "g." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Bromeis 22/3 23" (Graphit)
in der Darstellung: Maßangaben und Erläuterungen (Graphit)


Katalogtext:
Auf den 22. März 1823 ist der Entwurf "Project zu einem Tempel im griechischen Style / als Speise-Saal dienent, und / zu erbauen auf dem Appolloberg zu Wilhelmshöhe" von Johann Conrad Bromeis datiert. Er konzipierte einen langgestreckten griechischen Peripteros, in dessen Cella der "Speise Saal fuer 30 Personen" und ein kleines "Servirzimmer" Platz finden sollten. Aus den Maßangaben im Grundriß wird ersichtlich, daß das Gebäude eine Größe von ungefähr 11 x 25 m haben sollte.
Der Aufriß "Façade nach Cassel" zeigt eine klassische Tempelfront auf dreistufigem Podest mit sechs kannelierten dorischen Säulen, die das Gebälk mit Metopen-Triglyphen-Fries und den hohen Dreiecksgiebel mit der antikischen Figurenkomposition des Musenbergs mit Apoll und den Musen tragen. Die dahinterliegende Cella mit Lagerfugenrustika und Rechteckportal füllt die drei mittleren Interkolumnien. In dieser Art zeigt die Fassade eine deutliche Verwandtschaft zu dem von Jussow entworfenen und um 1800 errichteten Speisesaal am Bowlinggreen (vgl. GS 6236), der einen dorischen Portikus und ebenfalls eine Lagerfugenrustika aufweist, aber nicht in der klassischen Form eines Tempels konzipiert ist. Bromeis griff das Motiv der dorischen Ordnung auf und setzte es in seinem Entwurf dem Ort angemessen im antiken griechischen Stil um.
Im Längsschnitt wird deutlich, daß der Speisesaal in der Cella fünf große Fenstertüren aufweist, wodurch das antike Erscheinungsbild im Außenbau entscheidend eingeschränkt worden wäre. Den marmorierten Innenwänden ist eine Ordnung mit ionischen Pilastern vorgelegt, über der sich eine tonnengewölbte Kassettendecke erhebt, deren Höhe die relativ steile Dachneigung bewirkt.
Ebenso wie die im April 1823 entstandene Entwurfsvariante (Marb. Dep. 185) kam dieser Plan für einen Speisesaal auf dem Apolloberg nicht zur Ausführung.
Stand: Mai 2005 [UH]


Literatur:
Holtmeyer 1913, Abb. 66 u. 67; Paetow 1929, S. 48; Katalog Kassel 1988/1, Kat.Nr. 27


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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