2.8.9.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf zu einem Chinesischen Pavillon, Grund- und Aufriß



2.8.9.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf zu einem Chinesischen Pavillon, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 190
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf zu einem Chinesischen Pavillon, Grund- und Aufriß
Künstler: Heinrich Ludwig Regenbogen (1802 - 1885), Zeichner
Datierung: 09.05.1834
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert, mit Gold gehöht
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 45,4 x 33,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuß Cass."
Beschriftungen: oben rechts: "I. No 34" (Graphit)
unten links: "Wilhelmshöhe den 9ten Mai 1834" (Feder in Schwarz)
verso: "Jussow-Schüler (Ruhl?) / ehem. Park von Wilhelmshöhe / nicht erhalten. Je ausgeführt ?" (Graphit)


Katalogtext:
Das am linken unteren Rand mit "Wilhelmshöhe den 9ten Mai 1834" beschriftete Blatt präsentiert den kolorierten und zusätzlich mit Gold gehöhten Aufriß sowie den Grundriß eines quadratischen Gartenpavillons im chinesischen Stil. Das geschwungene Zeltdach mit aufgebogenem Wellenrand endet über einem Balusterknauf in einer vergoldeten schirmartigen Dachbekrönung, deren Spitze eine Mondsichel trägt. Vorgestellte Halbsäulen gliedern die Fassade und tragen ein Gebälk mit Lotusblütenfries in antikem Stil. Die dazwischenliegenden Wandflächen sind durch eine durchlaufende Sockelzone mit vertieften ornamentalen Feldern und verschiedenfarbig verglasten, gotisch anmutenden Kielbogenfenstern bzw. -türen gestaltet. Fensterrahmen und -sprossen sind durch die Vergoldung besonders hervorgehoben. Der Grundriß des dünnwandigen, aus Holz zu errichtenden Gebäudes zeigt eine Unterteilung des Innern in einen großen vorderen und zwei kleinere, gleich große hintere Räume. Neben dem Haupteingang an der Vorderfront existiert noch ein zweiter Zugang zum linken hinteren Raum.
Das Formenrepertoire des Gebäudes orientiert sich deutlich an der Darstellung des “Kegelhauses", das 1832 in sieben Tagen erbaut worden sein soll (VSG 1.3.1021; vgl. Paetow 1929, S. 42). Die Einfügung des Lotusblütenfrieses unter der Dachkante verbindet die Zeichnung zudem mit einem Entwurf für eine Voliere (VSG 1.3.983), der einen gleichartigen Fries aufweist und ebenfalls um 1832 zu datieren ist. Dies läßt darauf schließen, daß um 1830/35 unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. noch einmal Ideen für Gebäude im chinesischen Stil für den Wilhelmshöher Schloßpark entwickelt wurden.
Aufgrund der Zeichenweise und vor allem des Schriftduktus kann man das Blatt dem für Wilhelmshöhe zuständigen Hofbaukondukteur Regenbogen zuschreiben (vgl. z. B. VSG 1.3.999).
Stand: September 2004, überarbeitet August 2007 [UH]


Literatur:
Temple 1990, Abb. 46; Steinhauer 2003, Abb. S. 37 (rechts)


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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