2.1.2.6 - Kassel-Wilhelmshöhe, Park, Entwurf, Lageplan nördlich des Schlosses



2.1.2.6 - Kassel-Wilhelmshöhe, Park, Entwurf, Lageplan nördlich des Schlosses


Inventar Nr.: Marb. Dep. 191
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Park, Entwurf, Lageplan nördlich des Schlosses
Künstler: Leonhard Müller (1799 - 1878), Zeichner, Ausführung
Datierung: 1823
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau, rot, rosa, blau und grün laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 62,5 x 77,4 cm (Blattmaß)
60,2 x 75 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fus."
Beschriftungen: unten rechts: "Müller" (Feder in Grau)
unten rechts: "Wilhelmshöhe d 6ten Merz 1823." (Feder in Grau)
in der Darstellung: "Nivellement."; Erklärungen (Feder in Schwarz)
verso: "Alter Plan von / Wilhelmshöhe" (Graphit)


Katalogtext:
Der von Leonhard Müller angefertigte und auf den 6.3.1823 datierte Teillageplan des Schloßparks entstand während der gut einjährigen Dienstzeit des Architekten als Hofbaukondukteur in Wilhelmshöhe vom November 1822 bis Februar 1824 (Müller 1903, S. 24-29). Der bisher kaum beachtete Plan (Becker 2005, Abb. 115) ist von besonderem Interesse, da in ihm die ersten Veränderungsplanungen und -schritte dargestellt sind, mit denen Kurfürst Wilhelm II. nach seinem Regierungsantritt 1821 und insbesondere mit seiner Resolution vom Februar 1823 zur "Verbesserung und Verschönerung" der Hofgärten den Oberhofbaumeister Johann Conrad Bromeis und den Gartenkontrolleur Wilhelm Hentze beauftragt hatte (StAM Best. 7a 4 Gef. 2, Nr. 15; vgl. Gröschel 1999, S. 330f.; Becker 2005, S. 287).
So finden sich Vorschläge für die Umgestaltung der Gartenpartien, die Anlage neuer Wege sowie die Erbauung verschiedener Nebengebäude. Von letzteren ist das 1822 von Bromeis errichtete Gewächshaus ebenso gezeigt wie das im gleichen Jahr entstandene "Hexenhäuschen" westlich der neuen Obstbaumschule und der Gemüsegärtnerei (Holtmeyer 1910, S. 335). Daneben erscheinen auch die nicht ausgeführten Projekte wie der Speisesaal auf dem Apolloberg (Paetow 1929, S. 48; vgl. Marb. Dep. 184), der Vorschlag für einen in weitem Bogen nach Norden geführten Weg oder für einen geschlängelten Wasserlauf mit Teich als Vorstufe des Neuen Wasserfalls.
Der Bereich der Neben- und Wirtschaftsgebäude mit Marstall, Gasthaus und Treibhäusern sowie von Montchéri mit seiner Eremitage (Holtmeyer 1910, S. 358; Paetow 1929, S. 61f.) zeigt noch weitgehend den älteren Zustand, der dann in den nächsten Jahren durch Abbrüche und Neubauten stark verändert wurde (Holtmeyer 1910, S. 359-364; Paetow 1929, S. 50-56; Bidlingmaier 2003). Die zu den ersten Maßnahmen zählende Versetzung des alten Marstalltrakts hinter den Gasthausbereich ist allerdings bereits dokumentiert (vgl. dazu auch den Plan in Potsdam, SPSG, Plankammer, Mappe VIII, 4, Bl. 17).
Stand: August 2007 [GF]


Literatur:
Becker 2005, Abb. 115


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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