3.130.4.1 - Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme der Pächterwohnung, Grundrisse und Aufriß



3.130.4.1 - Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme der Pächterwohnung, Grundrisse und Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 210
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme der Pächterwohnung, Grundrisse und Aufriß
Künstler: unbekannt
Datierung: 1800-1830
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 32,6 x 50,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben mittig: "[Risse] / von der Pächter-Wohnung auf der Domaine Wilhelmsthal." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Aufriß." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Grundriß vom Erker-Geschoß." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Grundriß vom Rez de Chausèe." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Grundriß der Bel-Etage." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: zahlreiche Maße, Bezeichnungen und Anmerkungen (Graphit, Feder in Schwarz)
verso: 3 x "Domaine Wilhelmsthal", "2 Zeichnungen", "3 Blatt", "IV 07 A 92" (Graphit)


Katalogtext:
Das Blatt zeigt in einem Aufriß und drei Geschoßgrundrissen die Pächterwohnung der Domäne Wilhelmsthal. Über einem niedrigen Sockel erhebt sich ein zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Fachwerkbau in neun Achsen. Das Krüppelwalmdach weist ein dreiachsiges Zwerchhaus auf, das seinerseits von zwei Schleppgauben gerahmt wird. Der Zwerchhausgiebel zeigt eine dreiteilige Öffnung, in deren Innern eine Uhr und beidseits Glocken angebracht sind. Bis auf die Rahmung der Rechteckfenster und das geschoßtrennende Gesims weist die Fassade keine weiteren gestalterischen Elemente auf.
Die mittig gelegene Eingangstür führt in einen Hausflur, der im hinteren Teil in einen Treppenhausbereich übergeht. Zu beiden Seiten gehen Korridore ab, die zwei Räume in der linken und drei Räume in der rechten Haushälfte erschließen. Auf der Rückseite befindet sich ein dreiachsiger schmaler Vorbau, in dem zwei Aborte untergebracht sind. Die gleiche Raumaufteilung weist - bis auf eine Abweichung - auch das Obergeschoß auf. Der eingesparte Platz für den Hausflur wird in diesem Geschoß für einen Salon genutzt. Das als „Erker-Geschoß" bezeichnete Dachgeschoß ist mit zwei Bodenräumen und weiteren Kammern ausgestattet. Die Räume sind auf dem Grundriß mit Nummern versehen und nach ihrer Funktion beschriftet.
Die Zeichnung enthält eine große Anzahl in Graphit hinzugefügter Maßangaben, Material- und Bearbeitungshinweise und Revisionsvermerke, wie die Orte neu einzusetzender Türen oder die Anzahl von Glasscheiben für ein bestimmtes Fenster.
Wie Bleibaum ermittelte, wird das Gebäude in einem Inventarverzeichnis aus dem Jahr 1788 als Wirtshaus aufgeführt. Seiner Meinung nach wurden die Glocken unter der Herrschaft des konvertierten Landgrafen Friedrich II. aufgehängt, um als Kirchenglocken zu fungieren. Da der Kirchenraum im Schloß in dieser Zeit (1760-85) dem katholischen Ritus vorbehalten vor, fand der evangelische Gottesdienst im rechten Flügel des Stallgebäudes statt. Die den Giebel bekrönende Wetterfahne wies ein landgräfliches Monogramm und die Jahreszahl 1772 auf, die mit dem Abschluß der Bauarbeiten in Zusammenhang stehen könnte (Bleibaum 1926, S. 129).
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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