3.130.4.2 - Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme des Marstallgebäudes, Aufriß



3.130.4.2 - Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme des Marstallgebäudes, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 216
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Domäne, Bauaufnahme des Marstallgebäudes, Aufriß
Künstler: Heinrich Ludwig Regenbogen (1802 - 1885), Architekt
Datierung: um 1820
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Feder in Schwarz, grau, braun, rosa und gelb laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN"
Maße: 35,4 x 55,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben mittig: "Aufriss des Marstall Gebäudes zu Wilhelmsthal" (Feder in Schwarz)
oben links und rechts: 2 x "C." (Feder in Braun)
oben rechts: "I. No. 25" (Graphit)


Katalogtext:
Auf dem von Johann Georg Fünck um 1749 gestalteten Gesamtplan der Schloß- und Gartenanlage von Wilhelmsthal (Marb. Dep. 9) schließt sich nach Westen an die beiden Wachhäuser ein Vorhof mit zentralem querovalen Wasserbassin an. Flankiert wird der Hof von viertelkreisförmigen Wirtschaftsgebäuden, die in Pavillonbauten enden. Diese mit den Buchstaben A, B, C, D versehenen Gebäude stehen mit einer von Rudolf Hallo bearbeiteten Zeichnung in Zusammenhang (Hallo 1930/2, Abb. 15), die Aufriß und perspektivische Ansicht des Komplexes zeigt.
Obwohl die Errichtung eines Wirtschaftshofes dem Plan zufolge vorgesehen war, konnte dessen Realisierung im Rahmen der Baumaßnahmen an Schloß- und Gartenanlage nicht erfolgen. Einer Aktennotiz, die sich im Nachlaß Wilhelms VIII. aufgefunden hat, konnte F. Schmidt-Möbus entnehmen, "daß der Gebäudekomplex mit dem Marstall noch 1751 zur Verhandlung stand und daß Cuvilliés zur Beratung hinzugezogen wurde" (Schmidt-Möbus 1995, S. 129). Die hierin erwähnten sechs Zeichnungen sind jedoch verschollen und ihr weiterer Verwendungszweck ließ sich nicht ermitteln. An die Stelle dieses Wirtschaftshofes trat in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein außerhalb des umgrenzenden Gartens gelegener Gebäudekomplex mit Marstall (Bleibaum 1926, S. 129), der mit vier Auf- und Grundrißzeichnungen in der Graphischen Sammlung vertreten ist (s. a. Marb. Dep. 214, Marb. Dep. 215a, Marb. Dep. 215b).
Diese mit einem "C" als Serienangabe versehene Zeichnung von Heinrich Ludwig Regenbogen zeigt den Aufriß eines dreiflügeligen Gebäudekomplexes. Unter einem Krüppelwalmdach erstreckt sich der zweigeschossige Mittelbau in zehn Achsen mit vierachsigem übergiebelten Zwerchhaus. In gleicher Ausprägung sind auch die beiden Seitenflügel angelegt worden, die sich hier mit ihrer dreiachsigen Giebelseite präsentieren.
Die unregelmäßige Achsenverteilung ist durch die Raumfolge im Innern verursacht. Ein rundbogiger Haupteingang und zwei segmentbogig abschließende Nebeneingänge bilden die Zugänge. Alle Öffnungen des Erdgeschosses zeigen Werksteinrahmungen, wobei die Fenster den Nebeneingängen entsprechend in Segmentbogenform ausgeführt sind.
Um den Eindruck eines zurückliegenden Mittelbaus hervorzurufen, wurde die Fassade dunkler laviert und in der linken unteren Ecke ein dem Sonnenstand entsprechender dreieckiger Schlagschatten hinzugefügt. Kurze, mit dem Pinsel aufgetragene Farbwerte veranschaulichen einen Steinverband, der dem Grundriß zufolge (Marb. Dep. 219) jedoch nur einen Teil des Gebäudes betraf. Die stirn- und hofseitigen Fassadenfronten der Seitenflügel sind ebenso wie der Anbau des Südflügels und das gesamte obere Geschoß der Dreiflügelanlage in Fachwerk ausgeführt worden.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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