3.122.5.1 - Wabern, Schloßgarten, Bauaufnahme, Lagepläne



3.122.5.1 - Wabern, Schloßgarten, Bauaufnahme, Lagepläne


Inventar Nr.: Marb. Dep. 226
Bezeichnung: Wabern, Schloßgarten, Bauaufnahme, Lagepläne
Künstler: Justus Philipp Schnackenberg (1805 - 1844), Zeichner, fraglich
Datierung: um 1822
Geogr. Bezug: Wabern
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "RUSE & TURNERS / 1815"
Maße: 43,1 x 55,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben mittig: "Schloß-Garten zu Wabern / nach seiner dermaligen Beschaffenheit." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "I. No 19" (Graphit)
oben rechts: "i." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "projectirte Anlage." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Auf dem Blatt sind der um 1820 bestehende Zustand sowie die "projectirte Anlage" des Schloßgartens von Wabern untereinander präsentiert. Dargestellt ist jeweils nur der von einer Mauer umgebene eigentliche Lustgarten mit dem Orangeriegebäude ohne den im Süden anschließenden Nutzgarten.
Der Bestandsplan zeigt noch immer die sich durch den gesamten Garten erstreckende breite barocke Mittelachse mit dem kreisrunden Wasserbecken in Höhe der Orangerie (vgl. Marb. Dep. II, 404). Seitlich des Weges befinden sich Flächen mit regelmäßigem Baumbestand. Dieser besteht im ersten Drittel, das durch grüne Farbgebung als Rasen ausgewiesen ist, aus vier parallelen doppelten Baumreihen, im folgenden aus gleichmäßig verteilten Bäumen. Die hier verwendete braune Lavierung kennzeichnet offensichtlich den seit Wilhelm I. als Obstplantage genutzten Teil des Gartens (Gröschel 1996, S. 44).
Die Darstellung der "projectirten Anlage" entspricht in der räumlichen Beschränkung der landschaftlichen Umformung auf den Bereich vor dem Schloß dem ersten von Hofgartenkontrolleur Wilhelm Hentze im Frühjahr 1822 vorgelegten Projekt (Gröschel 1996, S. 44). Hentze hatte dabei vorgeschlagen, den Obstanbau noch zu intensivieren und sogar um Gemüseanbau zu erweitern. So erklärt sich die Beibehaltung großer Teile des Baumbestands im Bereich östlich des Wasserbeckens. Die landschaftliche Umformung umfaßt den etwas kleineren Gartenteil bis zum Schloß. Hier sollten anstelle der Mittelachse Grünflächen mit unregelmäßiger Wegeführung und aus Büschen bestehenden Clumps zwischen den äußeren Alleen angelegt werden. Die Orangerie wäre durch dichte Buschpflanzungen verdeckt worden.
Die nicht signierte Zeichnung unterscheidet sich in der eher unpräzisen, flüchtigen Darstellungsweise von der sehr sorgfältigen und exakten Art Hentzes (vgl. etwa lfd. Nr. 6804, Marb. Dep. 206 u. Marb. Dep. 207 oder Marb. Dep. 255l), so daß auch hier, wie bei den anderen Wabern betreffenden Blättern, Justus Schnackenberg als Autor angesehen werden kann. Diesem lassen sich jedenfalls die Bezeichnungen zuordnen.
Stand: August 2007 [GF]


Literatur:
Balsam 1989, S. 325; Gröschel 1996, S. 44 u. Abb. 3


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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