1.5.1.1 - Kassel, Weißes Palais, Präsentationszeichnung, Aufriß und Längsschnitt



1.5.1.1 - Kassel, Weißes Palais, Präsentationszeichnung, Aufriß und Längsschnitt


Inventar Nr.: Marb. Dep. 230
Bezeichnung: Kassel, Weißes Palais, Präsentationszeichnung, Aufriß und Längsschnitt
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt
Datierung: 01.03.1816
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau, orange, grün, blau, rot, schwarz, braun und gelb laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "C & I HONIG"
Maße: 42,8 x 59,2 cm (Blattmaß)
36,4 x 53,5 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fus. Cass."
Beschriftungen: unten mittig: "Haupt-Facade des Palais nebst denen noch neu zu erbauenten Saal, Remisen und Stall-Gebaeuden." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Profil des Palais nach der Königsstrasse. Aufriss des Küchen-Gebaeudes. Profil vom Saal-Gebaeude. Remiesen und Stall-Gebaeude." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "1/3. 16. Bromeis" (Feder in Schwarz)
verso: "14" (Farbstift in Rot)


Katalogtext:
Die Präsentationszeichnung zeigt oben einen Längsschnitt durch die Gebäude auf der Höhe der Durchfahrten und unten eine Ansicht des Weißen Palais und der Erweiterungsbauten gegen den Friedrichsplatz. Das dreigeschossige, neunachsige Hauptgebäude des Weißen Palais mit einem dreiachsigen, von einem Frontispiz bekrönten Mittelrisalit wurde von Bromeis in seinem spätbarocken Habitus belassen. Hinzugekommen sind lediglich die beiden stichbogigen Dachfenster, ein einfaches Balkongeländer, neue Eingangstüren und das Geländer an der Rampe vor dem Gebäude.
Rechts vom Weißen Palais sind der Balkon und dahinter zwei Achsen der Stuckgalerie zu erkennen. Die Querfront des dreigeschossigen Tanzsaalgebäudes zeigt ein rustiziertes Erdgeschoß und verputzte Obergeschosse, die durch einen Mäanderfries und einen Arabeskenfries voneinander getrennt werden. Die beiden unteren Geschosse besitzen je drei ungerahmte Rechteckfenster, wobei das mittlere jeweils dreiflügelig ist. Die mittlere Fensterachse wird im ersten Obergeschoß durch zwei Relieffelder akzentuiert und im zweiten Obergeschoß von einer mit einem Palmettenbogen gerahmten Lünette abgeschlossen, während die beiden seitlichen Fensterachsen durch je einen Kranz markiert werden. Der an das Tanzsaalgebäude anschließende eingeschossige Querflügel mit Remisen zeigt rundbogige Blendarkaden und Lünetten sowie Medaillons, die sich im Erdgeschoß der dreigeschossigen, dreiachsigen Seitenfront des Stallgebäudes fortsetzen. Die beiden Obergeschosse mit Rechteckfenstern werden durch einen Palmettenfries voneinander getrennt. Das Dach des Stallgebäudes besteht ebenso wie das Dach des Tanzsaalbaus aus einem Walmdach.
Vor den Erweiterungsbauten befindet sich ein teils ummauerter, teils eingezäunter und mit Bäumen und Büschen bestandener Garten.
Im Längsschnitt besitzt die Fassade der Stuckgalerie ein rustiziertes Erdgeschoß mit Rechteckfenstern, im Obergeschoß Rechteckfenster mit verzierten Blendlünetten und ein mit einem Arabeskenfries verziertes Kämpfergesims sowie eine abschließende Balustrade.
Von den Innenräumen sind neben einfach gestalteten Räumen die mit feuerfarbenem Seidendamast bespannte Nische des Coursaals, die mit einer Säulenstellung versehene Querwand der Gelben Galerie und die Querwand des Tanzsaals zu erkennen. Letzterer besitzt eine aus je zwei ionischen Säulen aus gelbbraunem Stuckmarmor bestehende Säulenstellung, die das darüberliegende Gebälk trägt. Das flache Tonnengewölbe ist am Dachstuhl aufgehängt. Die Wände zeigen gelbbraune ionische Pilaster und graublaue Felderungen, während die blauen Zwickelfelder mit Arabesken und die Lünette mit einem Relief und einem Bogen mit grünen Kassetten verziert sind.
Der Entwurf wurde nach der Genehmigung durch den Kurprinzen mit Abänderungen in der Fassadendekoration und der Gestaltung der Innenräume ausgeführt.
Stand: September 2004 [RB]


Literatur:
Holtmeyer 1923, Atlas Bd. 2, Tafel 261 oben; Katalog Kassel 1988/1, S. 28f., Kat.Nr. 7 (mit Abb.); Hoffmann 1994, S. 428, Abb. 262; Bidlingmaier 2000, S. 27 (Abb.) und 308, Nr. 38


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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