1.5.6.2 - Kassel, Rotes Palais, Treppenhaus, Präsentationszeichnung, Längsschnitt



1.5.6.2 - Kassel, Rotes Palais, Treppenhaus, Präsentationszeichnung, Längsschnitt


Inventar Nr.: Marb. Dep. 234
Bezeichnung: Kassel, Rotes Palais, Treppenhaus, Präsentationszeichnung, Längsschnitt
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt/-in
Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner/-in, Ausführung
Datierung: 20.02.1823
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz und Blau, blau, gelb, lila, grau weiß und braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Jüngling mit Velum auf Kugel und schmalem Sockel / "VAN DER LEY"
Maße: 50,2 x 72 cm (Blattmaß)
45,4 x 67,2 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Cassler Fus"
Beschriftungen: oben mittig: "Durchschnitt vom Treppenhaus im Neubau / des Kurfürstlichen Residenz-Palais." (mit Feder in Schwarz);
oben rechts: "10." (mit Feder in Braun);
oben rechts: "B No 8." (mit Feder in Schwarz);
unten rechts: "TreppenHauß Plafond die Kaentgen- u(nd) FrießenStück in beyden Etagen / die Felder gemahlt Die Postamenter nicht von Holz, / von Marmor oder Eisen. Wilhelm K" (mit Feder in Schwarz);
unten rechts: "Ruhl d. 20/2. 23." (mit Feder in Schwarz);
verso: "Gerahmt am 30. 1. 37 / F. Becker / Kassel" (mit Graphit);


Katalogtext:
Die Präsentationszeichnung weist für das siebenachsige Treppenhauserdgeschoß sechs Säulen dorischer Ordnung mit Schäften aus gelbem Stuckmarmor auf. Die Wände sind mit blaugrünem Stuckmarmor verkleidet und besitzen ein Kämpfergesims mit profilierten Bögen über den Rundbogenfenstern. Eine einläufige Treppe mit Zwischenpodest führt in dreißig Stufen in das Obergeschoß, dessen Wände mit lilafarbenem Stuckmarmor verkleidet sind und gelb getönte ionische Pilaster besitzen. Über dem sechsachsigen Raum wölbt sich ein mit Arabesken weiß und grau bemaltes Tonnengewölbe. Das eiserne, blau lasierte Treppengeländer ist mit Rosetten reich verziert und wird im Umgang von den Postamenten der antikisierenden Statuen unterbrochen. Das einachsige Servicezimmer zeigt blaue Arabeskenmalereien auf elfenbeinfarbenem Grund.
Das Treppenhaus wurde 1824 bis 1830 nach der vom Kurfürsten mit Unterschrift und Siegel genehmigten Zeichnung ausgeführt, wobei der Treppenschacht um eine Achse gegen das Servicezimmer verlängert wurde.
Die Zeichnung ist zusammengehörig mit dem Blatt Marb. Dep. 231.
Stand: September 2004 [RB]

Literatur:
  • Alois Holtmeyer: Zur Baugeschichte des Residenzschlosses in Kassel. In: Hessenland 26, S. 36-39. 1912, S. 38.
  • Holtmeyer, Alois: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Kassel 1923, S. 398.
  • Siegfried Lohr: Planungen und Bauten des Baumeisters Julius Eugen Ruhl. Ein Beitrag zur Baugeschichte Kassels und Kurhessens im 19. Jahrhundert (Kunst in Hessen und am Mittelrhein Beiheft 23). Darmstadt 1984, S. 10.
  • Klaus Hoffmann:: Die Schloss- und Parkanlagen von Philippsruhe im 19. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der beiden Umgestaltungsphasen von 1826-1829 und 1875-1880. In: Hanauer Geschichtsblätter 32, S. 115-188. 1994, S. 433, Kat.Nr. 265.
  • Bidlingmaier, Rolf: Das Residenzpalais in Kassel. Regensburg 2000, S. 331, Abbildung S. 205-207, Kat.Nr. 218.
  • Lukatis, Christiane; Ottomeyer, Hans (Hg.): Mit Pinsel, Feder und Stift. Meisterzeichnungen der Graphischen Sammlung. Ausstellungskatalog. Staatliche Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2000, S. 150, Abbildung S. 151, Kat.Nr. 68.


Letzte Aktualisierung: 13.02.2026



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