1.84.2.2 - Kassel, Bellevue-Berggarten, Bestandsaufnahme, Plan



1.84.2.2 - Kassel, Bellevue-Berggarten, Bestandsaufnahme, Plan


Inventar Nr.: Marb. Dep. 254,36
Bezeichnung: Kassel, Bellevue-Berggarten, Bestandsaufnahme, Plan
Künstler: Johann Ludwig Julius Friedrich Schüler (1771 - 1827), Zeichner
Datierung: 1797
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grün, rot und ocker laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "D & C BLAUW", Lilie mit Krone, darunter Wappen mit zwei Schrägbalken
Maße: 47 x 58 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Rut:"
Beschriftungen: mittig rechts: "Plan / von dem herrschaftlichen / Berg-Garten" sowie weitere Erläuterungen (Feder in Braun)
oben mittig: "Berechnung des Flächeninhalts nach Decimalmaas, die laufende Rute zu 14 Fus / und den Acker zu 150. quadrat Ruten gerechnet." (Feder in Braun)
oben rechts: "25" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "aufgemessen und gezeichnet von / J.L.J.F. Schüler / 1797" (Feder in Braun)


Katalogtext:
Der "Berggarten" am Aueabhang unterhalb der "Schönen Aussicht" in Kassel bestand ursprünglich aus mehreren Einzelgärten, die von Landgraf Friedrich II. 1763 angekauft und zum "Bellevue-Garten" vereint wurden. Schon Landgraf Karl hatte hier umfangreiche Planungen für einen Terrassengarten initiiert (Holtmeyer 1923, Taf. 11).
Auf dem Plan des Bauakzessisten Johann Ludwig Julius Friedrich Schüler mit ausführlicher "Berechnung des Flächeninhalts nach Decimalmaas" aus dem Jahre 1797, Blatt 25 des Klebebands "Plans von Fürstlichen Gärten in Hessen" (zum Klebeband vgl. den Einleitungstext "Orte in Hessen, Hanau, Gartenanlagen"), ist der Bereich der ehemaligen Gärten der Prinzen Friedrich und Georg unterhalb der Oberneustadt dargestellt. Die aufwendige Treppenanlage des ehemaligen Gartens des Prinzen Georg führt über vier Terrassen den Hang hinunter in die Ebene. Diese ist sehr eindrucksvoll bereits auf einer um 1720 entstandenen perspektivischen Ansicht (Holtmeyer 1923, Taf. 255) geschildert. Die sich kreuzenden Wege des seitlich anschließenden Hanggartens wurden im Zusammenhang der Umgestaltungen durch Landgraf Friedrich II. angelegt. Unterhalb der Treppen, auf dem ebenen Gelände der Aue, umschließt ein regelmäßiges Geviert ein Wasserbecken. Schmincke berichtet 1767 von einem "artigen Labyrinth, in dessen Mitte ein achteckigt Bassin befindlich ist" (Schmincke 1767, S. 309). Sechs rechteckige Baumquartiere schließen sich östlich an, Überreste der sog. "Fantaisie", eines Gartenbereichs mit vielfältigen Spielmöglichkeiten, der unter Landgraf Friedrich II. regelmäßig genutzt wurde (Holtmeyer 1923, S. 367). Ein Wirtschaftshof schließt sich an, der Gärtner- und Aufseherwohnungen mit Stallungen enthält, ergänzt durch ein "Gemüsegärtchen". Diese Wohnungen für Bedienstete, die erst nach 1750 in den Plänen auftauchen, ersetzten möglicherweise diejenigen, die bis in die 60er des 18. Jahrhunderts in der Aue im Gebiet der alten Meierei untergebracht waren (vgl. die ebenfalls im Klebeband befindlichen Pläne Marb. Dep. 254,6 u. Marb. Dep. 254,7).
Angefügt an das Blatt ist ein Brief der Gartendirektion an den Landgrafen Wilhelm IX. vom 4.4.1797, der die Übersendung des Plans von "Accessist Schüler" begleitet. Dieser Brief sowie die sorgfältige Ausführung der Zeichnung und des erläuternden Begleittextes mit den Flächenmaßen lassen darauf schließen, daß der Plan auf Befehl des Landgrafen angefertigt wurde.
Zwei weitere, 1796 datierte Pläne Schülers zum Auegarten befinden sich im Hessischen Staatsarchiv Marburg (StAM P II 3931: Küchengarten, StAM P II 3942: Holländischer Garten).
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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