3.130.2.4 - Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zum Mansardgeschoß des Corps de Logis, Grundriß
3.130.2.4 - Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zum Mansardgeschoß des Corps de Logis, Grundriß
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| Inventar Nr.:
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Marb. Dep. 32 |
| Bezeichnung:
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Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zum Mansardgeschoß des Corps de Logis, Grundriß |
| Künstler:
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Simon Louis Du Ry (1726 - 1799), Zeichner/-in
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| Datierung:
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1746 |
| Geogr. Bezug:
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Wilhelmsthal |
| Technik:
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Feder in Schwarz, grau und rosa laviert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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"IV" |
| Maße:
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28,7 x 45,5 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Pieds de C(assell)." |
| Beschriftungen:
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oben mittig: "Plan des Mansardes du chateau d'Amelientahl." (mit Feder in Schwarz); oben links: "Nro: 39." (mit Feder in Braun);
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Katalogtext:
Das Blatt ist Teil der ersten Entwurfsserie von Simon Louis Du Ry für Schloß Wilhelmsthal, die sich aus mehreren Aufriß- und Grundrißdarstellungen zusammensetzt (Marb. Dep. 22 u. Marb. Dep. 28-34). Wie im Obergeschoß bildet auch in der Mansarde ein queroblonger Saal, auf den beidseitig breite Erschließungskorridore zuführen, das Geschoßzentrum. Hofseitig sind zwei Appartements angeordnet, die aus einem "Chambre", einer Garderobe und einem Abort bestehen. Von einem der Zimmer aus kann der Saal direkt erreicht werden. Gartenseitig befinden sich zwei kleine Appartements mit einem im Raum integrierten Kabinett und einer Garderobe. Dazwischen liegt ein großer "Garde Meuble", der nur vom Mittelsaal aus zugänglich ist. Vermutlich waren diese Zimmer dem höhergestellten Hofpersonal vorbehalten, dem seinerseits aufgrund der adeligen Stellung mehrere Zimmer zur Verfügung standen.
Die flachen Vorsprünge an der Hof- und Seitenfassade markieren die bis zum Ansatz des Mansardgeschosses hochgeführten Mittelrisalite, die im Dachbereich von Vasenstellungen bekrönt werden. Erst der Grundriß zeigt, daß die ovalen Mansardfenster an den Seitenfronten mit Ausnahme der mittleren Fenster nicht zur Lichtführung bestimmt, sondern als Blendfenster vorgesehen waren.
Wie bei allen zur ersten Entwurfsserie gehörenden Grundrissen fehlt auch hier die klar strukturierte, durchgliederte Raumfolge. Als besonders unvorteilhaft erweist sich, daß die unterschiedliche Fassadengliederung an der Hof- und Gartenseite Auswirkungen auf die dahinterliegende Raumstruktur hat, dergestalt, daß hinter einem verhältnismäßig kleinen hofseitigen Zimmer der drei Fensterachsen umfassende Saal und der gleich große "Garde Meuble" zu liegen kommen. Aufgrund seiner Breite bleiben seitlich quadratische Räume übrig, die Du Ry nur durch Abtrennungen zu 'Mini'-Appartements aufwertete. Wie der zentrale Saal genutzt werden sollte, ist unklar.
Stand: September 2004 [MH]
Literatur:
- Bleibaum, Friedrich: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. Bd. VII: Kreis Hofgeismar. Erster Teil. Schloß Wilhelmsthal. Kassel 1926, S. 6, 9.
- Friedrich Bleibaum: Schloß Wilhelmsthal und François de Cuvilliés. In: Jahrbuch der Denkmalpflege im Reg.-Bez. Kassel, Sonderheft 2. Melsungen 1932, S. 57.
- Dietrich von Frank: Die "maison de plaisance". München 1989, S. 192, Kat.Nr. 161.
- Friederike Ulrike Schmidt-Möbus: Von denen Divertissements der großen Herren. Schloß Wilhelmsthal: Gesamtkunstwerk im Rokoko. Diss. Göttingen 1995, S. 147f., Kat.Nr. Kat.Nr. 29c, Abb. 70c.
Letzte Aktualisierung: 13.02.2026