1.68.1.2 - Kassel, Oberneustädter Kirche (Karlskirche), Bauaufnahme und Entwurf, Grundriß



1.68.1.2 - Kassel, Oberneustädter Kirche (Karlskirche), Bauaufnahme und Entwurf, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 78
Bezeichnung: Kassel, Oberneustädter Kirche (Karlskirche), Bauaufnahme und Entwurf, Grundriß
Künstler: Johann Henrich Wolff (1753 - 1801), Zeichner
Datierung: 1769; 1795
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, schwarz laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie und "WR" in Ligatur und "C & I HONIG"; Klappe: Anker, in "4" endend und "S"
Maße: 44,9 x 30,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "pieds de Cassell"
Beschriftungen: oben mittig: "Grundris / Der Französischen Kirche auf der Oberneustadt / zu Cassell" (Feder in Schwarz)
oben links: "Kgl. Konsistorium" (Graphit)
unten rechts: "Die Innere Eintheilung ist nicht so wie sie Existirt, sondern nach Meinem eignen Gutdünken eingerichtet JHWolff 1795" (Feder in Braun)
unten rechts: "Johan Henrich Wolff fecit 1769." (Feder in Schwarz)
In der Darstellung: Anmerkungen zum Grundriß (Graphit)
verso: "Technische Plankammer / Schrank 8 / Fach / rechts / Hochbau: Kirchen etc. / f No 3" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Der Grundriß der Oberneustädter Kirche in Kassel wiederholt denjenigen von Marb. Dep. 77 in einem etwas größeren Format und ist von Johann Henrich Wolff zusätzlich mit Rahmung, Signatur und der Jahreszahl 1769 versehen. Eine 1795 hinzugefügte Notiz weist auf die abweichende Wiedergabe der Inneneinrichtung nach Ideen des Zeichners hin: "Die Innere Eintheilung ist nicht so wie sie Existirt, sondern nach Meinem eignen Gutdünken eingerichtet JHWolff 1795". Diese veränderte Einteilung gibt die in Graphit ausgeführte Zeichnung auf dem genau zurechtgeschnittenen und vielleicht erst 1795 montierten Deckblatt wieder. Unter dem Blatt findet sich eine flüchtige erste Skizze, die weitgehend den Bestand, aber schon eine veränderte Anordnung und Gestalt der Kanzel zeigt. Weiterhin ist dort erwogen, das Gestühl in der Raummitte durch einen Gang in der Längsachse zu teilen.
Auf dem Deckblatt sind die Ebenen des Erdgeschosses (rechts) und der Empore (links) jeweils hälftig gezeigt. Die dem gestreckten achteckigen Grundriß folgende Anordnung der amphitheatralisch ansteigenden Kirchenbänke mit den dazwischenliegenden kurzen Erschließungsgängen dürfte weitgehend mit der vorgefundenen Einrichtung übereinstimmen, jedoch sind die veränderten Plazierungen der Stützen an den Längsseiten Zutaten Wolffs (vgl. Schnitt und Grundriß bei Holtmeyer 1923, Taf. 136). Das gilt in stärkerem Maße für die Form des Kanzelkorbes mit geschwungenem Umriß sowie den Abendmahlstisch, der durch Vergrößerung des Podestes und Zurückverlegung der Mittelbänke stärker hervorgehoben ist. Etwas unklar bleibt die Zeichnung im Bereich von Orgel und Fürstenstand, der als "Tribüne" bezeichnet wird, die nicht nach Ebenen getrennt sind, sondern komplett den höhergelegenen Bereich zeigen.
Aus dem zweimal nachträglich auf dem Blatt notierten Standortvermerk "(Kgl.) Konsistorium" läßt sich schließen, daß die Zeichnung auch nach ihrer Entstehung noch für planerische oder bauliche Zwecke Verwendung gefunden hat. Einige Vermerke auf dem Deckblatt könnten der Schriftform nach aus diesem nicht genau zu bestimmenden späteren Zeitraum stammen ("Orgel", "oben", "unten").
Die in dem vorliegenden Plan auf dem Deckblatt entworfene Variante zum Innenausbau der Kirche führte Wolff in einer weiteren Zeichnung, die sich in Kasseler Privatbesitz befindet, in sorgfältiger Darstellung aus. Gezeigt ist dort jedoch nur die untere Ebene, die bis auf eine geringfügige Abweichung im Bereich des Raumes unter der Sakristei mit der Deckblattskizze übereinstimmt. An den Fassaden sind außerdem die bescheidenen Stufen zu großen Freitreppen erweitert.
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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