1.3.5.8 - Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung zum Hauptgeschoß, Grundriß



1.3.5.8 - Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung zum Hauptgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 145
Bezeichnung: Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung zum Hauptgeschoß, Grundriß
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1818/19
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "S & C WISE / 1814"
Maße: 57,4 x 44,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "fuß"
Beschriftungen: oben mittig: "Grundriss des Haupt-Geschosses des / Kurfürstlichen neuen Residenz-Schlosses / zu Cassel" (Feder in Schwarz)
oben rechts: "g." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Jussow" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Der von Jussow signierte "Grundriss des Haupt-Geschosses des / Kurfürstlichen neuen Residenz Schlosses / zu Cassel" gehört mitsamt seinen Erläuterungen (Marb. Dep. II, 149) zu dem Erdgeschoßgrundriß Marb. Dep. II, 144, der das gleiche Format und das gleiche Wasserzeichen ("S & C WISE / 1814") aufweist. Die Numerierung der 71 Zimmer entspricht derjenigen des Marburger Präsentationsgrundrisses StAM P II 13.614/3 (Wasserzeichen "Ruse & Turners / 1815"), dessen Legende sich allerdings nicht erhalten hat. Wie der Abgleich mit den später verworfenen frühen Grundrissen (GS 5912 u. GS 5918) ergibt, stand in dieser Etage von Anfang an Größe und Position der Kirche (56) sowie der repräsentativen Räume "Thron-Saal" (6), "Großer Saal für Festlichkeit" (37), "Gallerie" (23) und der vier Schlafzimmer in bzw. an den Eckpavillons (8, 29, 47, 62) fest. Dazu schrieb Jussow in einem erhaltenen Briefentwurf von 1820, es sei "als Bedingung vorgeschrieben, den Entwurf dazu so einzurichten, daß vier fürstliche Wohnappartements in der BelEtage und eine Kirche vorhanden seyen. Um dieser Vorschrift zu genügen und mit der Größe des Gebäudes die Grenzen des Platzes nicht zu überschreiten, so war es nothwendig, das zu großen Präsentationen bestimte Apartement mit dem Kurfürstln Wohnapartement in nahe Verbindung zu setzen, so daß jenes zu diesem gewissermaßen zu gehören scheint. Hieraus ergibt sich aber, um dem Wohnapartement den erforderlichen Umfang zu lassen und ihm nicht die nothwendige Bequemlichkeit zu entziehen, daß zwischen dem Versamlungs Sale und dem Thronsale nur 2 Salons, und von diesen nur einer in die Enfilade des Thronsaals angebracht werden konnten" (mhk, Graphische Sammlung, Nachlaß Jussow). Dementsprechend sah eine auf Wunsch des Kurprinzen 1820 erstellte Variante eine Verlegung von Thronsaal und von drei Salons in einer Flucht vor (vgl. GS 5915). Kurfürst Wilhelm bevorzugte aber den ursprünglichen Grundriß. Weitere Überlegungen betrafen den "Großen Saal" der in den frühen Plänen (vgl. GS 5912 u. GS 5918) in etwa der gleichen Breite angelegt ist wie die anstoßenden Speisesäle. Engelhard berichtet in seinem Aufsatz von 1845, daß er Jussow zu einer Verbreiterung des Festsaals bewogen habe, "ungeachtet die Risse schon genehmigt waren und ausgeführt wurden" (Engelhard 1845/1, S. 61; vgl. GS 5913). In dem von Jussow signierten Präsentationsriß ist diese Änderung allerdings bereits umgesetzt, was Engelhards Aussage bezüglich des späten Zeitpunkts der Änderung zweifelhaft erscheinen läßt.
Neben der Großen Prachttreppe im Vestibül waren noch fünf weitere einfache Treppenaufgänge geplant, davon vier in den Eckpavillons und eine neben dem ersten Salon. Diese ermöglichte den direkten Zugang zur Galerie der Beletage im hinteren Längsflügel. Die Treppen in den vorderen Pavillons verbanden die "Wohnung des Burggrafen" (75-79) sowie die "Wohnung des Hof Intendanten" (65-69) mit den Kurfürstlichen Appartements. Die hinteren beiden Treppen verbanden die hinteren Appartements und die dazwischenliegenden großen Säle mit den Wirtschaftsräumen im Erdgeschoß.
Stand: Mai 2005 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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