1.74.1.1 - Kassel, englische Kirche St. Alban, Entwurf zur Turmerhöhung, Aufriß der Ostseite (Kopie?)



1.74.1.1 - Kassel, englische Kirche St. Alban, Entwurf zur Turmerhöhung, Aufriß der Ostseite (Kopie?)


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 173
Bezeichnung: Kassel, englische Kirche St. Alban, Entwurf zur Turmerhöhung, Aufriß der Ostseite (Kopie?)
Künstler: Louis Angermann (1861 - 1892), Zeichner
Datierung: um 1890
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 40,7 x 33,4 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben rechts: "Harleshausen, Kassel?" (Graphit)


Katalogtext:
Zwei Blätter des fünfteiligen Konvoluts zur englischen Kirche in Kassel - die spätere Zuweisung "Harleshausen" ist nicht zutreffend - sind als Federzeichnung auf einem Transparentpapier angelegt, so daß an dieser Stelle ein Kopiervorgang vermutet werden kann.
Das hier vorliegende Blatt mit dem Aufriß der Ostseite zeigt den durch Strebepfeiler gegliederten neogotischen Bau, dessen Chor als eingezogener, giebelständiger Anbau ausgebildet ist. Ein großes Maßwerkfenster betont die repräsentative straßenseitige Fassade. Die Struktur zeigt eine für mittelalterliche Maßwerkfenster übliche Aufteilung in zwei Bahnen, die ihrerseits zweibahnig angelegt sind. Die Bahnen, denen jeweils ein Kreis aufliegt, werden von einem Lanzettbogen umschlossen. Der darüber liegende Giebel wird durch ein Kreisfenster gegliedert. An beiden Längsseite sind der Kirche Baukörper angefügt, wobei der nördliche, kleinere Anbau mit Zeltbedachung den Eingang aufnimmt. Im Süden wird der Bau durch den hohen, zweigeschossigen Turm akzentuiert, in dessen Südostecke ein polygonaler Treppenbau eingestellt ist. Das zweite Geschoß weist hohe Lanzettfenster auf, die als Schallöffnungen konzipiert waren. Über den vierseitigen Giebelabschlüssen ragt der hohe Spitzhelm auf. Die Planung eines Glockengeschosses mit hohem Turmabschluß war bei der Errichtung des Kirchenbaus im Jahr 1885 aus Kostengründen eingestellt worden. Ein entsprechender sorgfältig angelegter Entwurf von Werner Narten, der sich heute in der Murhardschen Bibliothek befindet (Denkmaltopographie 2005/3, S. 124), ist 1885 datiert. Fünf Jahre später stand die Errichtung eines derartigen repräsentativen Bauteils offenbar nochmals zur Diskussion.
Die Zuordnung zur zweiten Planungsphase wird durch die nahezu identische Ausführung des Turmuntergeschosses in Marb. Dep. II, 171 möglich. Angermann, der nach dem Tod von Narten dessen Baubüro übernahm, hat das bestehende Gebäude wohl von einer anderen Zeichnung abgenommen und den geplanten Turm ergänzt. Darauf deutet das verwendete Transparentpapier hin. Keiner der Entwürfe konnte verwirklicht werden.
Dem vorliegenden Blatt ist die Zeichnung Marb. Dep. II, 174 zuzuordnen.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Böker 1986, S. 49


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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