3.58.2.12 - Hofgeismar-Gesundbrunnen, Schloß Schönburg, Entwurf zur Umgestaltung der Hauptfassade, Aufriß



3.58.2.12 - Hofgeismar-Gesundbrunnen, Schloß Schönburg, Entwurf zur Umgestaltung der Hauptfassade, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 209
Bezeichnung: Hofgeismar-Gesundbrunnen, Schloß Schönburg, Entwurf zur Umgestaltung der Hauptfassade, Aufriß
Künstler: Johann Daniel Wilhelm Eduard Engelhard (1788 - 1856), Architekt
Datierung: 1821
Geogr. Bezug: Hofgeismar, Gesundbrunnen
Technik: Graphit
Träger: Transparentpapier auf Papier
Wasserzeichen: nicht ermittelbar
Maße: 41,5 x 53,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuß"
Beschriftungen: unten mittig: "Detailzeichnung wie das Schloss Schönburg verändert und verziert werden könnte." (Graphit)
unten rechts: "Engelhard 1821" (Graphit)


Katalogtext:
Die beiden letzten der vier aufmontierten und mit rahmenden Doppellinien in Graphit versehenen Darstellungen des Schlößchens Montchéri bzw. Schönburg befassen sich damit, "wie solches gegenwaertig ist und wie dasselbe veraendert werden koennte". Dieser in Kapitalschrift verfaßte Titel bezeiht sich auf die beiden Blätter (Marb. Dep. II, 208 u. Marb. Dep. II, 209) und ist über eine von Engelhard in Graphit gezeichnete Ansicht des Schlößchens (Marb. Dep. II, 208) gesetzt. Aus dem darunter folgenden Text geht die in dem Aufriß visualisierte Zielvorstellung Engelhards hervor: "[…] wenn nun das Architrav und Fries dieses / Gesimses unterdrückt und die Säulen um so viel erhöhet würden als nöthig ist um / die Säulenordnung in die corinthische zu verwandeln, so könnten nicht nur die Fen- / ster erhöhet werden; sondern das ganze Gebäude würde auch ein weniger gedrück- / tes Ansehn und bessere Verhältnisse bekommen." Die unter den Aufriß Marb. Dep. II, 209 angeordnete Schriftzeile verdeutlicht ferner, daß die Fassaden des Gebäudes nicht nur im genannten Sinne verändert, sondern auch noch zusätzlich "verziert" werden sollten.
In Engelhards Aufrißzeichnung wird gezeigt, wie die Säulen des Portikus durch Aufsetzen von korinthischen Kapitellen in der Höhe des ionischen Gebälks, dessen Größe durch eine horizontale Linie über der rechten Fassadenseite kenntlich gemacht ist, verlängert werden sollten. Architrav, Fries und Giebel wären entsprechend weiter in die Dachzone verschoben worden, während das seitliche Gebälk auf ein Gesims mit einem Zahnschnitt reduziert werden sollte, um so die Fenster vergrößern zu können. Gemäß Engelhards Ansicht, daß nicht "größte Einfachheit", sondern "wenige gut angebrachte geschmackvolle Verzierungen" das Erscheinungsbild eines Hauses verbessern (vgl. Engelhard 1849, S. 114), sind Gebälk und Giebelfeld reich mit pflanzlichen und figürlichen Ornamenten geschmückt und der Giebel wird durch Akroterien zusätzlich akzentuiert. Auch in den Fensterachsen sowie an den Rahmungen der Erdgeschoßfenster sind Verzierungen sichtbar. Von den Änderungsvorschlägen Engelhards wurde nichts verwirklicht, ebenso wenig die Verwendung des Entwurfs in einer von dem Architekten geplanten Publikation.
Stand: Mai 2005 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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