3.110.1.4 - Schwarzenhasel, Pfarrkirche, Entwurf zur West- und Ostfassade, Aufriß



3.110.1.4 - Schwarzenhasel, Pfarrkirche, Entwurf zur West- und Ostfassade, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 377
Bezeichnung: Schwarzenhasel, Pfarrkirche, Entwurf zur West- und Ostfassade, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Entwurf
Adam Heinrich Ludwig Böckel (1809 - nach 1879), Zeichner, Ausführung
Datierung: 1857
Geogr. Bezug: Schwarzenhasel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, braun und rot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1856"
Maße: 32,4 x 46,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen: oben mittig: "Entwurf / zum Neubau einer Kirche für die / Gemeinde Schwarzenhasel." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "gez: Böckel." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "entworfen bei Kurf: Oberbau [...] / von OB. D. Ruhl 1857." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Als Entwurf des Kurfürstlichen Oberbaudirektors Ruhl ist die Darstellung der Vorder- und Hinteransicht ausgewiesen, die Marb. Dep. II, 378 mit dem Grundriß und der Seitenansicht zuzuordnen ist.
In traditioneller Form entwarf Ruhl eine repräsentative, auf das Dorf hin ausgerichtete Eingangsfassade. Die rundbogige Portalzone aus zweiflügeliger Rechtecktür und Oberlicht in Form einer Fächerrosette bildet das Erdgeschoß des Turmes. Ein Rundbogenfenster mit Rundbogenarkade und kreisförmigem Maßwerk, das in gleicher Form auch für die seitlichen Mauerabschnitte des Langhauses vorgesehen war, belichtet den Emporenraum im Obergeschoß. Darüber erhebt sich das Turmfreigeschoß, das durch eine Rundbogennische mit Schallarkade, die auf das Obergeschoß des Turmes bezogen ist, und Kirchenuhr gegliedert wird. Der kompakten Fassadenstruktur trug Ruhl mit dem Turmabschluß Rechnung, indem er auf ein hoch aufstrebendes Dach verzichtete und statt dessen ein Zeltdach mit Kreuzbekrönung entwickelte.
Bei der Gestaltung der rückwärtigen Fassade griff Ruhl auf die bekannten Motive der Vorderfront zurück. Das Rundbogenfenster mit der Binnengliederung aus Doppelarkade und kreisförmigem Maßwerk und der Blendfries in Form einer Rundbogenarkade prägen auch hier das Fassadenbild.
Ruhl schuf mit diesem Entwurf ein stimmiges, in sich geschlossenes Neubauprojekt, das möglicherweise aus Kostengründen nicht zur Ausführung kam. Allerdings weist der realisierte Entwurf von Wilhelm Cäsar Komponenten der Ruhlschen Entwurfsarbeit auf. Möglicherweise ist die Blendgliederung aus Lisenen und Arkadenfries auf den vorliegenden Entwurf des Oberbaudirektors zurückzuführen.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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