3.120.1.11 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Turmfassade, Aufriß



3.120.1.11 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Turmfassade, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 394
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Turmfassade, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Entwurf
Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner, Ausführung
Datierung: 1847
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 47,3 x 36,4 cm (Blattmaß)
37,1 x 27,6 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Casseler Fusse."
Beschriftungen: oben mittig: "EVANGELISCHE KIRCHE ZU VOLKMARSEN. / Hauptseite" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "gez. H. v. Dehn." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Die vorliegende Federzeichnung ist Teil einer von Heinrich von Dehn-Rotfelser angefertigten Serie mit Bauaufnahmen. Nach einem Entwurf von Julius Eugen Ruhl entstand die dreischiffige Hallenkirche mit einer in drei vertikale Bereiche gegliederten Hauptfassade und einem zweigeschossigen Turmaufbau. Der mittlere Fassadenbereich, der als flacher Risalit hervortritt, nimmt im Erdgeschoß den eingetieften Haupteingang auf. Das obere, von einem Zwillingsfenster beleuchtete Geschoß wird durch ein Gesims abgegrenzt, das in dieser Funktion auch die Seitenfronten gliedert. Die seitlichen Fassadenbereiche werden durch ein rundbogiges Fenster im Unter- und ein Kreisfenster im Obergeschoß gegliedert. Die Binnenstruktur zeigt in historistischer Synthese einerseits die Form von florentinischem Maßwerk und andererseits eine rotierende Fischblasenstruktur. Während die beiden Fenster neben dem Portal auf die Fenstergröße der Seitenfronten abgestimmt wurden, um eine standardisierte Herstellung aus Gußeisen zu ermöglichen, bestehen die übrigen aus Holz, z. T. sind sie mit einer Bleiverglasung versehen (Manuskript Marb. Dep. II, 402).
Die Blendgliederung aus Lisenen und einem abschließenden Rundbogenfries ist ein von Ruhl häufig verwendetes Gestaltungselement. Es findet sich an der Volkmarser Kirche sowohl im Bereich der Fassade als auch an beiden Turmgeschossen und schafft somit eine dekorative Verbindung zwischen den Bauteilen. In ebendieser Weise wirkt auch die Ausführung der Schallarkade, die sich strukturell auf die Rundbogenfenster des Untergeschosses bezieht. Das heutige Erscheinungsbild der Eingangsfront hat sich durch das nachträglich aufgesetzte Spitzdach, das der Turm 1961 bei gleichzeitigem Wegfall des flachen Brüstungsabschlusses erhielt, sehr verändert.
In der Zeichnung finden sich skizzenhafte Graphitergänzungen, die als ornamentale Bekrönungen an den Gebäudeecken sowohl im Bereich des Langhauses wie des Turmes ausgeführt sind. Wer diese Eintragungen vorgenommen hat und wann sie ausgeführt wurden, ist unbekannt.
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2018


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