3.120.1.12 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Seitenfassade, Aufriß



3.120.1.12 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Seitenfassade, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 395
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der Seitenfassade, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Entwurf
Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner, Ausführung
Datierung: 1847
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN"
Maße: 36,4 x 47,2 cm (Blattmaß)
27,7 x 37,2 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Casseler Fusse."
Beschriftungen: oben mittig: "EVANGELISCHE KIRCHE ZU VOLKMARSEN. / Seitenansicht." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "gez. H. v. Dehn." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Der Aufriß der östlichen Seitenfront der evangelischen Kirche von Volkmarsen wurde von Heinrich von Dehn-Rotfelser zusammen mit sieben weiteren Zeichnungen nach der weitgehenden Vollendung des Baues im Jahr 1847 angefertigt. Die Fassadenstruktur der Seitenfronten spiegelt die Aufteilung des Innenraums in der Form wider, daß sich die Zweigeschossigkeit der umlaufenden Emporen am Außenbau durch eine entsprechende Fenstergliederung abbildet. Das abgrenzende Gesims, auf dem die obere Fensterreihe aufsitzt, findet sich in dieser Funktion auch an der Turm- und der hinteren Fassade. Die rundbogigen, im Untergeschoß durch eine rechteckige Blendarchitektur gerahmten Fenster - ebenfalls ein auf die Turmfassade bezogenes Gestaltungselement - definieren nur den sich über fünf Achsen erstreckenden Versammlungsraum. Die angrenzenden, von Lisenen abgetrennten Joche weisen kleinere rundbogige Blindfenster auf. Während sich im Chorbereich an dieser Stelle die Sakristeiräume befinden, sind in den seitlichen Turmräumen die Treppenaufgänge zu den Emporen untergebracht. Die niedrige, fensterlose Apsis nimmt die halbrund geformte Treppe zur Kanzel auf. Auf Wunsch des Konsistoriums legte Ruhl hier einen zweiten Eingang in die Kirche an, der direkt in die Sakristei führen sollte (Hederich 1991, S. 37). Diese Erschließungsform verwendete Ruhl auch bei seinem Entwurf für den Kirchenbau in Bad Nenndorf.
Der ins Langhaus eingestellte Turm erhebt sich in zwei Freigeschossen über das Walmdach. Seine Fassadenstruktur bezieht sich auf die Blendgliederung der Hauptfassade. Im Untergeschoß überspannt ein Blendbogenfries drei schmale Öffnungen, die der Beleuchtung des oberen Geschosses dienen. An der West- und Ostseite befindet sich in diesem Bereich eine Vertiefung mit einem Uhrzifferblatt.
Ein erwähnenswertes Detail betrifft das für die Fenster verwendete Gußeisen. Bereits beim Bau der Kirche von Großkrotzenburg hatte Ruhl dieses Material vorgesehen. Aus Kostengründen kam es jedoch nicht zum Einsatz. Alle Fenster der Kirche in Volkmarsen wurden nach einem Modell gefertigt und mußten bei ihrer Verwendung als Obergeschoßfenster wegen der geringeren Höhe nur leicht verändert werden (vgl. den Begleittext Marb. Dep. II, 402).
Im Begleittext wird außerdem auf eine dem Entwurf widersprechende Ausführung hingewiesen: An den Seitenfassaden mußten rote und weiße Steine in unregelmäßiger Anordnung versetzt worden, da der Steinbruch nicht zu jeder Zeit Steine der erforderlichen Farbe liefern konnte.
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2018


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