3.120.1.14 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der hinteren Fassade und eines Fensters, Aufriß und Schnitt



3.120.1.14 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der hinteren Fassade und eines Fensters, Aufriß und Schnitt


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 397
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme der hinteren Fassade und eines Fensters, Aufriß und Schnitt
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, Entwurf
Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner, Ausführung
Datierung: 1847
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1846"
Maße: 27,4 x 36,8 cm (Darstellungsmaß)
36,1 x 47,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: zwei bezifferte Maßstäbe mit Maßeinheit "Casseler Fusse." bzw."Casseler Maas"
Beschriftungen: oben mittig: "EVANGELISCHE KIRCHE ZU VOLKMARSEN." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Hinterseite. / Eiserne Fensterrahmen." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "gez. H. v. Dehn." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Die dem Begleittext Marb. Dep. II, 402 zufolge als "Bl. VI" ausgewiesene Zeichnung zeigt die hintere Fassade der evangelischen Kirche von Volkmarsen und in der rechten Bildhälfte zudem ein Detail eines der aus Gußeisen gefertigten Fenster in Aufriß und Schnitt.
Mitte September 1847 war der Bau bis auf die Fenster vollendet. Erst jetzt erteilte das Konsistorium die Genehmigung, die Fenster aus dem innovativen Material bei der Firma Henschel in Kassel fertigen zu lassen. Da die Fensterrahmen fast dreimal so teuer waren wie die hölzerne Variante (376 Rthl. statt 138 Rthlr.; Buchstab 2003, S. 50), mußte deren Verwendung ausreichend begründet werden. Ruhl argumentierte mit der höheren Haltbarkeit und geringeren Reparaturanfälligkeit und wurde hierin schließlich vom Konsistorium unterstützt. Gußeisen hatte Ruhl bereits 1824/25 beim Bau der katholischen Pfarrkirche in Großkrotzenburg vorgesehen. Die zusätzlichen Transportkosten von Kassel nach Großkrotzenburg verhinderten ein Zustandekommen dieses Plans. Zur Deckung der Mehrkosten bei dem Neubauprojekt in Volkmarsen durfte der Kirchenvorstand einen Kredit aufnehmen, der durch eine Pfingstkollekte im Jahr 1848 gedeckt werden sollte. Alle Fenster wurden in Serie nach einem Modell gegossen, wobei für die niedrigeren Fenster des ersten Geschosses nur geringfügige Änderungen vorgenommen werden mußten. Wie aus der Schnittzeichnung ersichtlich wird, ist die Mittelsäule kein Flächenteil wie die Trennstäbe der einzelnen Fensterglaselemente, sondern sie kragt in Anlehnung an die zu imitierende Maßwerkkonstruktion vollplastisch hervor.
Zur weiteren Kostensenkung wurde das Kranzgesims bis auf die Hauptfassade, wo es massiv ausgeführt ist, nur aus Holz hergestellt.
Der Aufriß der hinteren Fassade weist in Entsprechung der Gliederung der Hauptfassaden eine von Lisenen gebildete Dreiteilung auf, wobei der Mittelteil durch die Apsis mit dem axial angelegten Hintereingang definiert wird. Das darüber angeordnete Kreisfenster belichtet den Raum hinter der Kanzel mit dem Treppenaufgang.
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2018


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