3.120.1.17 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme, Grundriß



3.120.1.17 - Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 400
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Bauaufnahme, Grundriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Entwurf
Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner, Ausführung
Datierung: um 1847
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Rot, schwarz laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1846"
Maße: 36,3 x 47,2 cm (Blattmaß)
27,5 x 36,9 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Casseler Fusse."
Beschriftungen: oben mittig: "EVANGELISHE KIRCHE ZU VOLKMARSEN." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "gez. H. v. Dehn." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Das vorliegende Blatt gehört zu der Serie mit Bauaufnahmen, die der Baukondukteur von Dehn-Rotfelser unmittelbar nach dem September 1847 anfertigte. Auf dem querformatigen Blatt befinden sich zwei nebeneinander angeordnete Grundrisse, die den Bau auf unterster Ebene und auf Emporenhöhe zeigen.
Julius Eugen Ruhl entwarf einen oblongen, siebenjochigen Bau mit einer kleinen, eingezogenen Apsis und einem in den Hallenraum eingestellten Turm. Das breite Substruktionsmauerwerk markiert hier den darüber aufragenden Turm. An dieser Stelle kragt das Hauptfassadenjoch risalitartig hervor und definiert den Fassadenabschnitt mit dem Haupteingang. Der hintere, in der Apsismitte angeordnete Eingang ist dem Pfarrer vorbehalten. Das einfache rechteckige Langhaus weist im Innern eine flach gedeckte Halle mit umlaufenden Emporen auf. Im Chorraum entstand durch schräg gestellte Emporenecken eine Nische mit Sakristeiräumen. Die aufgesockelte Altarmensa liegt auf Höhe des zweiten nördlichen Langhausjochs und ist damit verhältnismäßig weit in den Raum vorgerückt.
Die massiven Teile des Baues sind den hölzernen Elementen, den aus Tannenholz bestehenden Trägern der Empore und den aus Eichenholz gefertigten Säulen, darstellerisch gleichgestellt, indem sie schwarz laviert wurden. Die Feldereinteilung der Decke ist dagegen rot hervorgehoben. In den vom Versammlungssaal abgetrennten Nebenräumen, die durch das Substruktionsmauerwerk des Turmes entstehen und in der Apsis an der gegenüberliegenden Schmalseite hatte Julius Eugen Ruhl die Treppenaufgänge zur Empore untergebracht. Im Bereich des Chores befindet sich auch der Aufgang zur Kanzel.
Bis zur Mitte der 1950er Jahre waren die Kirchenbänke blockartig zwischen den Emporenträgern angeordnet. Erst im Zuge einer Renovierungsmaßnahme wurde das Zwei-Block-System mit Mittelgang geschaffen.
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2018


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