3.7.6.1 - Beberbeck (?), Idealentwurf, Grundriß und Lageplan



3.7.6.1 - Beberbeck (?), Idealentwurf, Grundriß und Lageplan


Inventar Nr.: lfd. Nr. 6834
Bezeichnung: Beberbeck (?), Idealentwurf, Grundriß und Lageplan
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Zeichner, fraglich
Datierung: um 1812
Geogr. Bezug: Hofgeismar-Beberbeck (?)
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie / "RB & C"
Maße: 65,7 x 52,2 cm (Blattmaß)
56,6 x 43,4 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Toises"
Beschriftungen: unten rechts: "Beberbeck ?" (Graphit)
unten rechts: "45 / 09" (Graphit)
verso: "101" (Graphit)


Katalogtext:
Die bisher unbekannte Zeichnung zeigt den Idealplan einer achsensymmetrisch ausgerichteten Anlage aus Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden. Drei heckengesäumte Alleen führen radial auf das Herrenhaus zu, das in eine längsrechteckige, zum Straßensystem hin rund abschließende Platzgestaltung eingebunden ist. Dem Herrenhaus selbst ist ein halbkreisförmiger Platz vorgelagert, der von abgestuften Sitzreihen umschlossen und zum Herrenhaus hin abgezäunt ist. Das ganze Areal wird von einem weiträumigen Mauer- und Zaunsystem begrenzt.
Das Herrenhaus selbst zeigt eine symmetrische Grundrißgestalt mit Mittelrisalit, in dem achsengerecht die hofseitig gelegenen großen repräsentativen Räume untergebracht sind. In den seitlichen Anbauten befinden sich links zwei Schlafzimmer mit vorgelagertem Korridor und auf der rechten Seite vermutlich der Küchenbereich. Auf die Schmalseiten des Herrenhauses ausgerichtet sind kleine, L-förmige angelegte Gebäude, die in dieser Gestalt auf den Grundriß des Herrenhauses bezogen sind und durch ihre Straßenlage eine Torsituation bilden. Welche Nutzung hier vorgesehen war, läßt sich aus dem Plan nicht eindeutig herauslesen. Der untere Gebäudekomplex gehört zu einer Anlage aus Stall, Scheune (?) und Reitplatz. Nach Süden schließt sich ein schmaler heckengesäumter Weg an, der im rechten Winkel beidseitig umknickt und den großen längsrechteckigen Platz vor dem Herrenhaus begrenzt. Den einzigen Durchgang bietet hier ein propyläenartiges, längsseitig von Pfeilerstellungen gegliedertes Gebäude.
Dem vorliegenden Lageplan kann ein Übersichtsplan (lfd. Nr. 3287) zugeordnet werden, dessen Darstellung die topographische Zuordnung zum Zeichnungsbestand "Beberbeck“ begründete. Die landschaftlichen Besonderheiten lassen sich mit dem nordöstlich von Hofgeismar gelegenen Gelände in Zusammenhang bringen. Zudem sind die Grundrißstruktur des Herrenhauses in der längsrechteckigen Ausrichtung mit Mittelrisalit und der dem Hauptgebäude vorgelagerte Hof dem alten Gestütshof in Beberbeck mit dem Gasthaus und dem Klosterhof durchaus vergleichbar. Die Einzelelemente weichen jedoch so weit ab, daß von einem Umbauentwurf für die alte Anlage nicht ausgegangen werden kann. Vielmehr liegt ein Idealentwurf vor, der sich an einer real existierenden Anlage orientiert. Die Präsentationsform stützt diese Einschätzung. Der Plan ist in der Art französischer Akademiezeichnungen um 1800 ausgeführt: dem Entwurf liegt eine symmetrische Anordnung zugrunde, die sowohl den Gesamtplan wie die Gebäudegrundrisse prägt. Auf einem eingefärbten Papierbogen sind die schwarz ausgeführten Mauerverbände ins Zentrum gesetzt und in eine farbige Umgebungsgestaltung eingebettet. Schattierungen erzeugen räumliche Tiefe. Die Maßangabe erfolgt in "Toises".
Da eine Verbindung zu Beberbeck besteht, kann unmittelbar an Johann Conrad Bromeis als Zeichner gedacht werden. In diesem Fall könnte die Art der Ausführung auf den Kontakt mit dem Hofarchitekten des Königs Jérôme Bonaparte, Auguste Victor Henri Grandjean de Montigny, zurückzuführen sein, den Bromeis zwischen 1810 und 1813 als Bauinspektor für die Wilhelmshöher Gebäude kennenlernte. Eine eindeutige Künstlerzuordnung ist jedoch nicht möglich.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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