1.9.5.1 - Kassel, Hofverwaltungsgebäude, Winkelanlage, zweite Entwurfsserie, Erdgeschoß, Grundriß



1.9.5.1 - Kassel, Hofverwaltungsgebäude, Winkelanlage, zweite Entwurfsserie, Erdgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: GS 14887
Bezeichnung: Kassel, Hofverwaltungsgebäude, Winkelanlage, zweite Entwurfsserie, Erdgeschoß, Grundriß
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt
Datierung: 1826
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau, braun und blau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 42,6 x 63,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen: oben links: "Hofverwaltungs-Gebaeude. / Rez de chaussée. / 1. Haus des Bilderhändlers Bottinelli. / 2. Finanzkammer Gebaeude. / 3. Katholische-Kirche. / 444. dazu gehörender Garten. / 5. Terrasse zum Finanzkammer / Gebaeude gehörend. / 6. Holzremise desgl: / 7. Hofraum desgl:" (Feder in Braun)
oben rechts: "3,8" (Graphit)
unten rechts: "Bromeis [...]" (Feder in Braun)
verso: "20" (Farbstift in Schwarz)


Katalogtext:
Im Laufe des Jahres 1826 kehrte Bromeis wieder zu seiner ursprünglichen Konzeption einer Winkelanlage zurück. Der vorliegende Grundrißentwurf ist Teil einer Serie, die neben einem Grundriß des Zwischengeschosses, der Beletage und des zweiten Obergeschosses auch noch drei Fundamentrisse verschiedener Zeichner umfaßt.
Im Gegensatz zu seiner ersten Version nahm Bromeis nun keine Rücksicht mehr auf den vorhandenen Baubestand in Gestalt des Wohnhauses Bottinelli und der zum Finanzkammerkomplex gehörenden Holzremise und begradigte die hintere Stirnseite des Flügels am Museum.
Bei der inneren Struktur verzichtete er auf eine gleichgewichtige, gegenüberliegende Raumanordnung mit einem mittigen Erschließungskorridor und schuf hierarchische Raumfluchten mit großräumigen Vorder- und kleineren hofseitigen Zimmern. Daß diese Unterscheidung nicht gefordert war, verdeutlicht der Ausführungsentwurf, in dem die Zimmergröße wieder egalisiert wurde. Durch die Verschiebung des Korridors aus der Mittelachse mußte Bromeis an der rückwärtigen Stirnseite des Flügels am Museum eine kleine Korrektur vornehmen. Die hintere Korridorwand konnte nicht auf das Mauerwerk der Stirnseite stoßen, da sich an dieser Stelle eine Fensteröffnung befindet. Der letzte hofseitige Raum ist somit nicht als solcher nutzbar, sondern hier scheint der Korridor rechtwinklig umzuknicken und sich hofseitig zu erweitern.
Das Konzept eines großen, repräsentativen Treppenhauses, das der hofseitigen Zimmerflucht des Hauptflügels zugeordnet und als eigener Bauteil durch die Risalitform auch von außen wahrnehmbar ist, findet sich bereits in dem Entwurf GS 14877. Im Gegensatz zu der Konstruktion dort ist bei der Treppenanlage der Antritt im vorliegenden Entwurf bis zum Erschließungskorridor vorgezogen worden. Die den mittleren Zugang flankierende Doppelsäulenstellung ist auf die Innenwand des Treppenhauses verlegt worden. Die bis zu einem breiten Wendepodest einläufig angelegte Treppe wurde verlängert und die Treppenabschnitte in den oberen Geschossen konnten dadurch verkürzt werden. Bei der Umsetzung kehrte Bromeis dann jedoch wieder zu der bei der Vierflügelanlage ausgearbeiteten Struktur zurück.
Der mittlere, zum Friedrichsplatz gerichtete Fassadenteil ist in der Zeichnung nicht als Risalit ausgebildet. Da das ausgeführte Gebäude dieses Gliederungselement besaß, muß später wohl noch ein weiterer, der eigentliche Ausführungsentwurf entwickelt worden sein.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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