11.6.5.1 - Studie eines Bürgerhauses, Grund- und Aufriß (Nachzeichnung)



11.6.5.1 - Studie eines Bürgerhauses, Grund- und Aufriß (Nachzeichnung)


Inventar Nr.: GS 15525
Bezeichnung: Studie eines Bürgerhauses, Grund- und Aufriß (Nachzeichnung)
Künstler: Jacob Friedrich Heerwagen (1747 - 1824), Zeichner
Datierung: 12.01.1766
Geogr. Bezug:
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Braun, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie und "C & I HONIG"
Maße: 51,5 x 35,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben links: "Nro 13." (Feder in Braun)
oben rechts: "22" (Farbstift in Blau)
unten rechts: "Jacob Friederich Heerwagen / fecit: Anno 1766 die 12 Jan:" (Feder in Braun)


Katalogtext:
Das von Jakob Friedrich Heerwagen signierte und in das Jahr 1766 datierte Blatt zeigt den Aufriß und den Erdgeschoßgrundriß eines städtischen Wohnhauses. Der neunachsige dreigeschossige Bau mit Mansarddach hat im Erdgeschoß eine Bandquaderung, die an den Ecken und seitlich der Mitte als Lisenen zur vertikalen Gliederung in die Obergeschosse fortgeführt wird. Ein von Säulen getragener Balkon überfängt das rundbogige Portal in der Mittelachse, die durch ein reicher gerahmtes und bekröntes Fenster in der Beletage sowie eines mit einer Kartusche mit Krone darüber betont wird. In der Dachzone folgt ein zwerchhausartiger Aufbau mit einem großen, von Doppelpilastern gerahmten Fenster und einem von einer Vase bekrönten Segmentgiebel. Im Erdgeschoßgrundriß, der im unteren Blattdrittel plaziert ist, fallen die beiden architektonisch gerahmten Öfen in den straßenseitigen Räumen sowie die kräftigen Muster aus dunkelgrauen und weißen Platten im Flurbereich auf.
Die Zeichnung ist eine Nachzeichnung nach der Darstellung GS 15526, die in den wesentlichen Teilen getreu wiedergegeben ist. Schuchard interpretiert Heerwagens Zeichnung als den eigentlichen Entwurf, der von dem unbekannten Autor des Blattes GS 15526 kopiert worden sein soll (Manuskript Schuchard). Im Vergleich werden aber die geringere zeichnerische Qualität und viele kleinere Fehler sichtbar, von denen hier lediglich die vergessenen Platten in den Fensternischen des Treppenhauses, das unbedacht über die Brandmauern gelegte Gesims zwischen den Dachflächen oder der vereinfachte Schattenwurf der Dachgauben genannt seien. Weiterhin sind von der Vorlage zwar drei Maßskalen links seitlich des Aufrisses übernommen, die anderen fehlen jedoch ebenso wie die dort und in der Zeichnung sorgfältig eingetragenen Maße.
Es kann angenommen werden, daß der 1747 in Hanau geborene Heerwagen die vorliegende Nachzeichnung im Rahmen eigenständiger Architekturstudien angefertigt hat, wie dem Bittgesuch um eine Anstellung von 1770 zu entnehmen ist, in dem er angibt "Von Jugend auf habe mich, mit besonderem Geld verwand, sowohl hier alß in Berlin der Civil Bau Kunst befließen [...]“ (Katalog Hanau 2002, S. 74).
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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