12.15.10.4 - Studienblatt mit Querfüllungen nach F. S. Meyer



12.15.10.4 - Studienblatt mit Querfüllungen nach F. S. Meyer


Inventar Nr.: GS 15409
Bezeichnung: Studienblatt mit Querfüllungen nach F. S. Meyer
Künstler: Wilhelm Blaue (1873 - 1967), Zeichner
Datierung: 1890
Geogr. Bezug:
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: Prägestempel: Mond mit 2 Sternen
Maße: 52,3 x 36,2 cm (Blattmaß)
40 x 26 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben mittig: "FÜLLUNGEN." (Graphit)
oben rechts: "BL. 3" (Graphit)
unten rechts: "W. BLAUE." (Graphit)


Katalogtext:
Als "Begrenztes Fachornament" definierte Franz S. Meyer die Art des Ornaments, das "so angelegt [ist], dass es einen bestimmt begrenzten Raum, eine Figur, beispielsweise ein Rechteck regelmäßig ausfüllt, so dass es nur in diesem Raum herein paßt; […]". Bei dieser Ornamentform kommen "hauptsächlich folgende Figuren in Betracht: das Quadrat, die übrigen regelmässigen Vielecke, der Kreis, das Rechteck, die Ellipse und der Korbbogen, der Halbkreis, die verschiedenen des sog. Zwickels, die Raute und das Dreieck. Geometrische Motive, Natur- und künstliche Formen können als Grundlage dienen, einzeln oder kombiniert in der Anwendung. Die Verzierungsweise kann einen zufälligen, mehr naturalistischen Charakter tragen, oder sie kann in stilisierter Art sich den natürlichen Hauptlinien der Figur anpassen" (Meyer 1888 (1995), S. 270).
Wilhelm Blaue entschied sich bei seiner Darstellung für die Form des Rechtecks, das nach Auskunft von Meyer "besonders geeignet [ist], sowohl eine zentrale, als auch eine aufrechte Füllung aufzunehmen, und da das Rechteck überhaupt die am meisten vorkommende Füllungsfigur ist, so finden sich zahlreiche Beispiele der einen und anderen Art in allen Stilperioden" (Meyer 1888 (1995), S. 286). Das Ornament gruppiert sich dabei um die beiden natürlichen Teilungslinien, die beiden Transversalen, die die gegenüberliegenden Seitenmitten verbinden (Meyer 1888 (1995), S. 287). Unter den bei Meyer ausgeführten Beispielen des rechteckigen Flächenornaments wählte Blaue ein römisches Füllungsornament von der Architrav-Unterseite am römischen Tempel des Vespasian (Meyer 1888 (1995), Taf. 162, Nr. 4), ein Renaissance-Ornament von der Stadtkirche zu Kamenz (Meyer 1888 (1995), Taf. 162, Nr. 5), dessen linke bzw. rechte Hälfte er ergänzte, sowie ein nicht näher bezeichnetes römisches Füllungsornament (Meyer 1888 (1995), Taf. 162, Nr. 3) aus, die er abweichend von der Publikation nicht als Hochfüllung, sondern als Querfüllung präsentierte. Zur Verdeutlichung der Binnenzeichnung legte er zudem für den Fond eine Schraffur an.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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