3.7.2.24 - Beberbeck, Gestüt, Fürstenhaus, Entwurf zum Parkett des Gartensaals



3.7.2.24 - Beberbeck, Gestüt, Fürstenhaus, Entwurf zum Parkett des Gartensaals


Inventar Nr.: GS 15461
Bezeichnung: Beberbeck, Gestüt, Fürstenhaus, Entwurf zum Parkett des Gartensaals
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt, Entwurf
unbekannt, Zeichner, Ausführung
Datierung: 1829/30
Geogr. Bezug: Hofgeismar-Beberbeck
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1823"
Maße: 46 x 57,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben rechts: "Parquet zum Saal im Rez de chaussée / des Fürstenhauses zu Beberbeck" (Feder in Braun)


Katalogtext:
An das Vestibül grenzt der runde, von außen durch die Vorwölbung des mittleren Fassadenabschnitts sich abzeichnende Gartensaal. Ein auf den Raum abgestimmtes Innenraumkonzept konnte nicht realisiert werden. Dem von Bromeis zur Vorlage für den Kurfürsten erarbeiteten Fragenkatalog zufolge war für die Wände des "runden Saals im Erdgeschoß" eine bogenförmige Boisserie aus Holz vorgesehen (StAM Best. 7b1, Nr. 700, 03.03.1830; zitiert nach Bidlingmaier 1991, S. 43). Eine Unterkonstruktion für den Fußboden war im Juli 1831 fertiggestellt, das geplante Eichenparkett jedoch noch nicht verlegt worden (Traut 1971, S. 66f.; Renner 2003, S. 45).
Die vorliegende lavierte Federzeichnung zeigt die geplante mosaikartige Parkettstruktur mit einem zentralen Medaillon, das von über Eck gestellten, sich nach außen vergrößernden Quadraten in Hell-Dunkel-Anordnung umschlossen wird. Motivisch vergleichbar ist das von Bromeis 1825 entworfene Intarsienparkett für den Blauen Salon und für die Kleine Galerie im Roten Palais in Kassel, das entsprechend der Nutzungsbestimmung gestalterisch und handwerklich aufwendiger konzipiert war.
Die Säulenstellung, die sowohl in den Grundrissen (Marb. Dep. II, 48, Marb. Dep. II, 61 u. Marb. Dep. II, 65) wie in der Schnittdarstellung (Marb. Dep. II, 65) eingezeichnet ist, taucht in der vorliegenden Zeichnung nicht auf. Somit ist trotz der Jahreszahl "1823", die Teil des Wasserzeichens ist und auf eine Entstehung der Zeichnung in einem Fünfjahreszeitraum bis 1828 hindeutet, eher davon auszugehen, daß die Zeichnung in der letzten Planungsphase in den Jahren 1829/30 entstand, als die entsprechenden Innenraumkonzepte überarbeitet wurden. Diese Annahme wird durch eine datierte Zeichnung vom 9.12.1829 gestützt, die zusammen mit dem Grundriß der gartenseitigen Freitreppe auch einen Teil des Gartensaalparketts zeigt (GS 15461). Der Verzicht auf das aufwendigere Innenraumkonzept mit Säulen läßt sich gut mit dem auch in anderem Zusammenhang festzustellenden Sparwillen des Kurfürsten in Einklang bringen (Bidlingmaier 1991, S. 42).
In den zwei Ofennischen, die im unteren Drittel der Darstellung zu finden sind, waren der Beschreibung von Ruhl zufolge "zwei granitfarbene Berliner Ofen" (StAM Best. 7b1, Nr. 700, 27.07.1831; zitiert nach Bidlingmaier 1991, S. 44) aufgestellt worden.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Renner 2003, S. 45, Abb. 48


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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