3.120.1.3 - Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt



3.120.1.3 - Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt


Inventar Nr.: GS 15469
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Ausführung
Datierung: 09.02.1845
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 64 x 47 cm (Blattmaß)
56,2 x 39,1 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen: oben mittig: "Enwurf / zu einer Kirche für die evangelische Gemeinde / der Stadt Volkmarsen / für 400 bis 500 Personen" (Feder in Schwarz)
oben rechts: "No 2." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "19" (Farbstift in Rot)
oben rechts: "9,4 / III" (Graphit)
unten rechts: "Ruhl d 9/2 45." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Haupt Facade. / Durchschnitt auf a.b." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "vt / Friedrich Wilhelm" (Feder in Braun)
verso: "136" (Farbstift in Schwarz)


Katalogtext:
Im Februar 1845 genehmigte Kurfürst Friedrich Wilhelm I. den Entwurf von Julius Eugen Ruhl zum Neubau der evangelischen Kirche in Volkmarsen. Zwei mit Approbationsvermerk versehene Blätter (s. a. GS 15475) gehören zum Bestand der Graphischen Sammlung. Die vorliegende Zeichnung zeigt die Hauptfassade und einen Querschnitt durch das Gebäude.
Zur Ausführung kam ein zweigeschossiger Sandsteinquaderbau im neoromanischen Stil mit eingestelltem Eingangsturm. Dieser tritt im Langhausbereich als flacher Risalit aus der Hauptfassade hervor, was zu einer vertikalen Dreiteilung der Fassade führt. Ihre Oberfläche wird durch eine Blendgliederung aus Lisenen und einem abschließenden Rundbogenfries strukturiert. Abweichend von dem vorliegenden Entwurf setzte Ruhl zur Hervorhebung des Eingangsbereichs eine Bänderung aus rotem und gelbem Sandstein ein. Unterschiede zum Entwurf finden sich auch bei der Fenstergestalt. Im Fall der Untergeschoßfenster verzichtete Ruhl auf das größere Brüstungsfeld und zog statt dessen die Fensteröffnung tiefer herunter. Die Mauerfläche über dem Zwillingsfenster im Obergeschoß wird nun durch ein kreisrundes Blendfenster gegliedert, das nachträglich in Graphit in der Zeichnung ergänzt wurde. Weitere Veränderungen betreffen die Turmgestaltung. So erhielt das untere Geschoß bei der Ausführung ein mittig gesetztes Uhrzifferblatt und das obere Geschoß schließt statt mit einem Konsolgesims mit einer der Hauptfassade entsprechenden Blendarkatur.
Für den Dachstuhl war ursprünglich eine Gußeisenkonstruktion der Firma Henschel vorgesehen, die aus Kostengründen aber nicht realisiert werden konnte. Statt dessen wurde eine Holzkonstruktion in Form eines Pfettendachs mit doppelt stehendem Stuhl ausgeführt (Buchstab 2003, S. 50; StAM Best. 16, Nr. 11046, 1842). Statt der eingeschossigen Dachstuhlkonstruktion, wie sie der vorliegende Entwurf zeigt, ist eine zweigeschossige Lösung realisiert worden.
Das zweigeschossige Kircheninnere wird durch Emporen in drei Bereiche geteilt. Der Mittelteil schließt im Chor mit einer Kanzelwand und schräg gestellten Seiten. Die dahinterliegenden ebenerdigen Seitenräume sollten als Sakristei und Predigerstube dienen. Erst nachträglich wurde die Empore bis zum Kanzelwand geführt, so daß die Schrägseiten im Obergeschoß nicht geschlossen waren. Durch einen Umbau im Jahr 1955 wurde dieser Entwurf im nachhinein realisiert, allerdings ohne die Tür- und Fensteröffnungen.
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 106f., Obj.Nr. 21, S. 126 m. Abb. 42; Buchstab 2003, S. 49, Abb. 3


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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