3.120.1.6 - Volkmarsen, ev. Kirche, Entwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt



3.120.1.6 - Volkmarsen, ev. Kirche, Entwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt


Inventar Nr.: GS 15472
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Entwurf zur Turmfassade, Aufriß und Querschnitt
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1844
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 63,4 x 45,8 cm (Blattmaß)
59,2 x 41,5 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuss."
Beschriftungen: oben mittig: "Entwurf / zu einer Kirche für die evangielische Gemeinde / der Stadt Volkmarsen / für 400-500 Personen." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "No I." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "18" (Farbstift in Rot)
oben rechts: "9,3" (Graphit)
in der Darstellung: "Vordere Ansicht / Durchschnitt nach A B." (Feder in Schwarz)
verso: "134" (Farbstift in Schwarz)


Katalogtext:
Nach der Ablehnung des Entwurfs von Oberbaudirektor Bromeis forderte das Ministerium des Innern die Oberbaudirektion im November 1843 auf, einen neuen Entwurf für die evangelische Kirche in Volkmarsen vorzulegen. Dabei waren folgende Punkte zu berücksichtigen: die Kirche sollte 600 bis 700 Gläubigen Platz bieten, im Vergleich zur katholischen Kirche bescheidener ausfallen und nicht mehr als 10000 Rthlr. kosten (Lohr 1984, S. 106; Buchstab 2003, S. 49). Von den im folgenden angefertigten Entwürfen haben sich zwei im Bestand der Graphischen Sammlung erhalten. Zu jedem Entwurf gehören zwei Blätter mit einem Hauptfassadenriß (s. a. GS 15470) und einem Querschnitt sowie einem Aufriß der Seitenfront und einem Grundriß (GS 15476 u. GS 15471).
Die vorliegende, als "No I" ausgewiesene Zeichnung zeigt ein kompaktes Fassadenfeld, das von einem Gesims gerahmt wird. Ein flacher, übergiebelter Mauerabschnitt nimmt den rundbogigen Eingang auf. Über einer geraden Ausbuchtung setzt das Glockengeschoß mit dem rundbogigen Zwillingsfenster auf, das von einem geknickten Spitzhelm abgeschlossen wird.
Der flach gedeckte Innenraum zeigt ein später auch realisiertes Emporensystem. Zum Chor hin ist eine flache Rundbogennische ausgeführt, die den Kanzelbereich akzentuiert. Seitlich angeordnete Türen führen in einen flachen, dem Hallenraum angefügten Bauteil.
Trotz der Vorgabe, 600-700 Gläubige unterzubringen, ist dieser Entwurf, wie im Titel deutlich wird, nur für max. 500 Gläubige ausgelegt.
Der Titel weist eine auffällige Schreibweise des Wortes "evangielisch" auf, die auch bei dem Entwurf GS 15470 bzw. GS 15476 zu finden ist. Lohr ging bei der vorliegenden Zeichnung von einem frühen Ruhl-Entwurf aus, der dem bescheidenen Konzept von GS 15476 folgte (Lohr 1984, S. 106).
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 106f., Obj.Nr. 20, Abb. 41a


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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