3.120.1.8 - Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Seitenfassade, Grund-und Aufriß



3.120.1.8 - Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Seitenfassade, Grund-und Aufriß


Inventar Nr.: GS 15475
Bezeichnung: Volkmarsen, ev. Kirche, Ausführungsentwurf zur Seitenfassade, Grund-und Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt, Entwurf
Datierung: 09.02.1845
Geogr. Bezug: Volkmarsen
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, hellrot, grau und braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1842"
Maße: 64,3 x 47 cm (Blattmaß)
56 x 39,2 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen: oben mittig: "Entwurf / zu einer Kirche für die evangelische Gemeinde / der Stadt Volkmarsen / für 400-500 Personen." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "No 1." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Ruhl d 9/2 45" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Seiten Facade / Grundriss." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "vt Friedrich Wilhelm" (Feder in Braun)
verso: "Kirche in Volkmarsen" (Feder in Schwarz)
verso: "132" (Farbstift in Schwarz)
verso: "V b 7" (Farbstift in Blau)
verso: "Kirche Volkmarsen" (Graphit)


Katalogtext:
Das vorliegende, von Kurfürst Friedrich Wilhelm I. approbierte Blatt gehört zu der ebenfalls approbierten Zeichnung mit der Darstellung eines Hauptfassadenrisses sowie eines Querschnitts durch den Bau.
Die Seitenfront des Langhauses wird durch ein System aus zwei Fensterreihen gegliedert, wobei die kleineren oberen Rundbogenfenster direkt auf einem Gesims aufsitzen. Dieses geschoßtrennende Element findet sich zusammen mit den flachen Rechtecknischen im Untergeschoß auch am Mittelrisalit der Hauptfassade. Die fünf Fensterachsen definieren den Versammlungsraum, davon abgegrenzt sind äußere, von Lisenen gerahmte Joche mit kleineren Fensteröffnungen. Diese wurden abweichend von dem vorliegenden Entwurf als Blindfenster ausgeführt. Während im Chorbereich an dieser Stelle die Sakristei und die Predigerstube untergebracht sind, befinden sich in den seitlichen Turmräumen die Treppenaufgänge zu den Emporen. Eine Planänderung gab es zudem bei der Ausführung der Turmfreigeschosse, die in den beiden Geschossen auf die Blendgliederung der Hauptfassade abgestimmt sind. In der Ausführung hat das Konsolgesims die Blendarkatur verdrängt.
Der weitgehend in der vorliegenden Form realisierte Grundriß zeigt eine dreischiffige Hallenkirche mit Emporen, die im Gegensatz zu dem vorliegenden Entwurf umlaufend ausgeführt wurden. Im hinteren Langhausjoch läßt eine hölzerne Abtrennung eine Kanzelwand mit schrägen Seitenwänden entstehen. Dahinter liegen die Sakristei und die Predigerstube. Erst durch Umbauten in den Jahren 1955/56 wurde der Altarraum in der vorliegenden Form verändert, bei der die schrägen Wandteile bis zur Decke hochreichen (s. a. GS 15469). Vorher schloß die Empore direkt an die Kanzelwand an (Hederich 1991, S. 38 u. 63). Die zweiläufige Treppe zur Kanzel ist bei der Bauausführung in die Apsidenrundung eingepaßt worden und somit konnte der Kirchenraum freigehalten werden.
Die Bestuhlung des Kirchenraums sollte zwischen den Emporenständern und ebenfalls in Abweichung von der ausgeführten Version im Bereich unter der Empore erfolgen. Zudem wurden die Bankreihen nicht zu eng an die Emporenständer herangeführt. 1889/90 wurde eine Neuordnung vorgenommen und eine zweiteilige Anordnung mit breitem Mittelgang geschaffen (Hederich 1991, S. 52).
Stand: Mai 2005 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 106f., Obj.Nr. 21, S. 126 m. Abb. 43; Buchstab 2003, S. 49, Abb. 4


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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