3.7.3.1 - Beberbeck, Gestüt, Entwurf zum Brunnen mit tempelartiger Pumpanlage, erstes Projekt, Grund- und Aufriß



3.7.3.1 - Beberbeck, Gestüt, Entwurf zum Brunnen mit tempelartiger Pumpanlage, erstes Projekt, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 12638
Bezeichnung: Beberbeck, Gestüt, Entwurf zum Brunnen mit tempelartiger Pumpanlage, erstes Projekt, Grund- und Aufriß
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt
Datierung: 09.11.1828
Geogr. Bezug: Hofgeismar-Beberbeck
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, braun, blau und rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1823"
Maße: 52,5 x 39,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fus. Cassler-Mass."
Beschriftungen: in der Darstellung: "Grund und Ausriss zu einem masiven Tempel mit Bassin und Maschinerie zum Gebrauche bei Feuergefahr, für Beberbeck." (Feder in Rot)
unten links: "A. Aufriss des Tempels in runder Form / und im Dorischen Stÿl. / 1. Das Wasser-Bassin. / 2. Der Hebel welcher durch zweÿ bis vier Pferde / in Bewegung gesetzt und einen Kreis. / förmigen Umlauf die im Innern des Temepls befind- / liche Wasserpump-Maschine in Thätigkeit setzt, und / das Wasser aus dem Bassin nach den Gebaeuden leitet." (Feder in Rot)
unten rechts: "B. Aufriss des tempels mit / Wasser-Bassin. / 1. Bassin mit seiner Einfassung. / 2. Hebel, woran die Pferde gespannt werden / zum Bewegen der Maschine. / 3. Rollen an den Hebelarmen, welche sich zum / leichten Bewegen auf einem eisernen Reif. 4. / fortschieben. 5. Wassereinlass. 6. Ablass." (Feder in Rot)
unten rechts: "Bromeis. 9/11. 28." (Feder in Rot)
in der Darstellung: "A. / 1. / 2. / B. / 3. / 4. / 5." (Feder in Rot)
in der Darstellung: Maßangaben (Feder in Rot)


Katalogtext:
Im Zentrum des neuen Hofes der Gestütsanlage Beberbeck war eine Brunnenanlage geplant, die die neuen Gebäude mit Quellwasser versorgen und bei einem Brandfall ausreichend Löschwasser zur Verfügung stellen sollte. Das erste Projekt - hier in einer sorgfältig ausgeführten Zeichnung mit Lavierung und beim Aufriß in einer auf Tiefenwirkung angelegten Gestaltung - wurde von Bromeis aufwendig als "Tempel in runder Form und im Dorischen Styl" gestaltet. Die am 9.11.1828 datierte Zeichnung zeigt ein Bassin, in dessen Innerem sich ein zylindrischer Kuppelbau aus Sichtmauerwerk erhebt. Pilaster dorischer Ordnung gliedern die Fassade, die oben von einem Kranzgesims mit Skulpturenschmuck in Delphingestalt abgeschlossen wird. Hinsichtlich der Grundform eines von Pilastern verzierten Kuppelbaus könnte sich Bromeis auf den Uhrenturm des Beamtenhauses bezogen haben.
In dem nicht sichtbaren Innern des Kuppelbaus war eine moderne Pumpanlage vorgesehen, die über ein unterirdisches Leitungssystem Wasser zu den einzelnen Gebäuden transportieren sollte. Der vorliegende Entwurf gibt in Darstellung und Beschreibung einen Eindruck von der Funktion der Maschinerie, die von Pferden angetrieben werden sollte. Über eiserne Hebelarme sind diese mit einem eisernen Gestänge verbunden, das die Bewegung über die Kuppel des Baus ins Innere zur eigentlichen Pumpe leiten sollte (Bidlingmaier 1991, S. 45f.; Renner 2003, S. 38f.).
Dem ersten Projektentwurf folgten noch zwei weitere, der eine am 11.11.1828 (GS 15486) und der letzte am 20.11.1828 (GS 15485). Aus Kostengründen wurde dann jedoch auf die aufwendige Brunnenanlage mit moderner Maschinerie verzichtet und statt dessen nur ein Bassin ausgeführt (Bidlingmaier 1991, S. 46).
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Schwarzer 1950, S. 49; Katalog Kassel 1988/1, Kat.Nr. 51; Bidlingmaier 1991, Abb. S. 48; Renner 2003, S. 38, Abb. 32


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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