1.18.4.1 - Kassel, Hessisches Landesmuseum, Kunstgewerbesammlung, Entwurf für eine hohe Glasvitrine, perspektivische Ansicht



1.18.4.1 - Kassel, Hessisches Landesmuseum, Kunstgewerbesammlung, Entwurf für eine hohe Glasvitrine, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: GS 15502
Bezeichnung: Kassel, Hessisches Landesmuseum, Kunstgewerbesammlung, Entwurf für eine hohe Glasvitrine, perspektivische Ansicht
Künstler: Julius Wolfgang Berrer (*1884), Zeichner, Entwurf
Datierung: 1913
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: "FS SÜMMER DÜREN / [N]ORMAL 3a"
Maße: 32,8 x 21 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: in der Darstellung: diverse Maßangaben (Graphit)


Katalogtext:
Der Entwurf für eine 2,20 m hohe Vitrine mit Holzsockel und Glashaube, die noch Teil der Schausammlungen ist (B 1,00 m, T 0,80 m), war für den östlich vom Vorbau, unmittelbar zum Brüder-Grimm-Platz hin gelegenen Raum im ersten Obergeschoß des Hessischen Landesmuseums (sog. Goldsaal; s. GS 18290) bestimmt, der der Präsentation der Goldschmiedarbeiten des 16. und 17. Jahrhunderts diente. Erstmals sollten die kunstgewerblichen Sammlungen chronologisch geordnet werden, sich über das gesamte erste Obergeschoß erstrecken und auch das zweite Obergeschoß belegen. Statt der üblichen Aufstellung nach Materialgruppen wurde eine kulturgeschichtliche Präsentation realisiert, bei der die Schränke und Vitrinen mit Möbeln und Bildern vermischt wurden (Schmidberger 1988, S. 66; Katalog Kassel 2001/2, S. 23).
Der Entwurf stammt vermutlich von dem Kunsthistoriker Julius Wolfgang Berrer, der mit der Gestaltung der Vitrinen beauftragt war (Schmidt 1988, S. 29). Ein historisches Foto der Ausstellung im Jahr 1913 zeigt die ausgeführte Vitrine in der Mitte des Raumes zwischen zwei historistischen Tischen (s. Schmidberger 1988, S. 65, Abb. 3). Deutlich sichtbar ist das im oberen Teil ausgestellte Deckelgefäß aus Bergkristall in Form eines Greifen (mhk, Angewandte Kunst, Inv.Nr. B IX.73; s. Katalog Kassel 2001/2, Kat.Nr. 58).
Das besondere Merkmal des Entwurfs, die kristalline Struktur der Glashaube, die durch die abgeschrägten Oberkanten entsteht, ist auch in der Ausführung erhalten geblieben. Im Aufbau indes zeigen sich einige Abweichungen. Der verhältnismäßig hohe Sockel mit der Seitenfelderung und den abgeschrägten Ecken ist einem niedrigen, zweifach flach abgestuften Sockel gewichen. Dafür ist die Glashaube selbst höher ausgeführt worden, so daß die durch den Trennboden geschaffenen zwei Geschosse den präsentierten Objekten mehr Raum lassen. In der Vitrine waren im oberen Teil die kostbaren Bernsteinobjekte präsentiert. Hierdurch erklärt sich auch die Entwurfsidee. Die Form der Glashaube sollte die geschliffene Oberfläche des Bergkristalls rezipieren. Dies wird auch durch die Materialwahl des Vitrinengerüsts unterstrichen, das nicht aus Holz, sondern aus Metallstäben gefertigt worden ist. Die Vitrine ist bis heute Teil der Dauerausstellung. Allerdings befindet sie sich nicht mehr im Hessischen Landesmuseum, sondern im ersten Geschoß der Torwache und ist mit Objekten der Glasbläserwerkstatt von Émile Gallé bestückt.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 23.01.2019


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