1.32.2.1 - Kassel, Höhere Bürgerschule in der Hedwigstraße, Entwurf, Grundrisse und Aufriß



1.32.2.1 - Kassel, Höhere Bürgerschule in der Hedwigstraße, Entwurf, Grundrisse und Aufriß


Inventar Nr.: GS 14441,27
Bezeichnung: Kassel, Höhere Bürgerschule in der Hedwigstraße, Entwurf, Grundrisse und Aufriß
Künstler: Leonhard Müller (1799 - 1878), Zeichner
Datierung: 1841
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grau, grau, ocker, blau und rot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / TURKEY MILL / 1831"
Maße: 52,5 x 42,7 cm (Blattmaß)
49,5 x 39,8 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Cass. Fs."
Beschriftungen: oben mittig: "Entwurf / zu einem Schulgebäude für die Residenz Cassel." (Feder in Grau)
unten rechts: "Hersfeld im October / 1841 / L. Müller / Landbaumeister." (Feder in Grau)


Katalogtext:
Der von dem Hersfelder Landbaumeister Leonhard Müller auf Verlangen des Kasseler Stadtrats angefertigte "Entwurf / zu einem Schulgebäude für die Residenz Cassel" aus der die Bürgerschule in der Hedwigstraße betreffenden Akte präsentiert in sorgfältiger Ausführung untereinander einen Fassadenaufriß sowie drei Grundrisse des geplanten Gebäudes.
Die dreigeschossige, fünfzehnachsige Fassade wird beherrscht von dem fünfachsigen Mittelrisalit, der mit sechs Pfeilervorlagen in den Obergeschossen und Dreiecksgiebel im klassisch-antiken Stil gestaltet ist. Freitreppen führen zu dem zentralen Eingang mit drei Rundbogenöffnungen im Zentrum sowie zu den beiden seitlichen Nebenportalen. Die in eine Rustika eingeschnittene Rundbogengliederung des Erdgeschosses wird in den Obergeschossen abgelöst von Rechteckfenstern, die in der 'Beletage' durch die profilierte Laibung, eine Verdachung sowie eine separierte Brüstung besonders hervorgehoben sind. In dieser Art der hierarchischen Gliederung folgt Müllers Entwurf dem klassischen Palastschema, während Rudolphs Entwurf GS 14441,18 in seiner Vereinheitlichung stärker dem zeitgenössischen Typus öffentlicher Nutzbauten - wozu neben Schulen auch Krankenhäuser und Kasernen gehörten - entspricht.
Die vertikale Dreiteilung der Fassade spiegelt sich auch in den Innenräumen wider, der vor allem im Erdgeschoß durch die massiven Seitenwände des Mittelrisalits unterteilt wird. Die beigefügte "Erklärung" erläutert die Funktion der in den Grundrissen mit einer Numerierung versehenen Räume (GS 14441, fol. 30ff.), wobei Müller hier tatsächlich von "erstem" und "zweitem Flügel" spricht.
Sehr sorgfältig beachtet Müller die ihm vom Stadtrat übersandten Vorgaben. Im Erdgeschoß plazierte er folgerichtig neben den "Mittleren Hausflur" (1) das "Mantelzimmer für die Lehrer" (8) sowie die Wohnung für den Schuldiener (9-11), zu der noch zwei Zimmer im ersten Obergeschoß (18 und 19) gehören. Dazu kommen noch sieben Lehrzimmer (12-19), die über versale und transversale Korridore erschlossen werden.
Die zweite Etage ist völlig identisch gegliedert. Zu den sechs unterschiedlich großen "Lehrzimmern" kommen hier allerdings der "Examens=Saal" in der Mitte (6), die "Bibliothek= und Lehrerkonferenz=Zimmer" (13), das "Lehrzimmer zu Vorträgen in der Physik und Chemie" (14), das "Kabinett zur Aufstellung der physikalisch=chemischen Apparate" (15) und der "Karzer" (17).
Das "3te Stockwerk" beherbergt im Bereich des Mittelrisalits den "Zeichnen=Saal" (6) und daneben die "Wohnung des Schulinspektors" (7-18) sowie "disponible Räume zur Aufstellung naturhistorischer Sammlungen" (19-21).
Weitere Räume konnten nach Müllers Vorstellungen im Keller- und Dachgeschoß untergebracht werden.
Stand: August 2007 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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