1.67.1.5 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zur Umfriedung des Kirchhofs, Lageplan



1.67.1.5 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zur Umfriedung des Kirchhofs, Lageplan


Inventar Nr.: GS 12777
Bezeichnung: Kassel, Martinskirche, Entwurf zur Umfriedung des Kirchhofs, Lageplan
Künstler: unbekannt
Datierung: 1854/55
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, rosa, gelb und blau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 34,9 x 42,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "C. F."
Beschriftungen: in der Darstellung: "St: Martins=Platz"; "Dionisien=Strasse"; "Hohe Thor=Strasse" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "III." (Feder in Schwarz)
verso: "129" (Farbstift in Schwarz)


Katalogtext:
Mit dem als "III" Blatt ausgewiesenen Plan rückt der unbekannte Zeichner die geostete Umrißdarstellung der Martinskirche mit der Umgebungsbebauung ins Zentrum. Entstehungshintergrund des Planes war der Wunsch nach Schaffung eines öffentlichen Platzes um die Martinskirche und die damit verbundene Überlegung, die Umgebung neu zu strukturieren.
Der Platz um die Martinskirche wird durch die Dionisienstraße - die in der preußischen Zeit in "Mittel Gasse" umgenannt wurde - im Osten, die "Hohe thor=Strasse" im Norden und den St. Martins-Platz im Süden begrenzt. Eine Umfriedung in roter Feder schneidet die verschiedenen, gelb lavierten Gebäudeumrisse, die in unmittelbarer Nähe im Norden und Süden des Kirchhofs liegen. Im Norden ist in Form einer Dreiflügelanlage das ehemals direkt an den Kirchenbau angeschlossene Stiftsgebäude eingetragen, das in den älteren Stadtplänen (s. Merianplan um 1646; Altstadtplan von J. H. Wessel von 1673; Stadtplan von C. Fr. Roth von 1736 [L GS 13530]) noch zu finden ist. Aufgrund der schlechten Bausubstanz wurde der zur "Hohen thor=Strasse" (im Bereich der heutigen Kurt-Schumacher-Straße) gelegene Nordflügel 1776 abgerissen. Ein Jahr später gab der Landgraf die Anweisung, auch die beiden anderen Flügel abzutragen. Im Süden zum St. Martins-Platz ist in westlicher Richtung die Pferdeschwemme und östlich das Kaufhaus ("Theatrum" im Merian-Plan von 1646) der ehemaligen Stadterweiterung um die "Freiheit" in gelber und blauer Lavierung verzeichnet. Auch diese Anlagen gehörten in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits zum verlorenen Bestand. Während der Selig-Plan von 1781 die Pferdeschwemme und das städtische Amtshaus noch ausweist, fehlt der Pferdeteich im Selig-Plan von 1822.
Die eingetragene rote Umfriedung des Platzes mit abgerundeten Ecken entspricht einer Maßnahme, die nach mehrmaligen Veränderungen des Platzes im Jahr 1855 durchgeführt wurde (StAM Best. 16, Rep. 12, Nr. 36, zit. nach Walter 1994, S. 173). Zunächst war die alte Kirchhofsmauer 1781 niedergelegt und durch eine niedrige Einfriedung ersetzt worden, die einen Teil im Bereich des Westfassade ausschloß und den Kirchhof durch drei Tore mit anschließenden Treppen mit dem tieferen Gelände verband. Nach dem Abriß des Kaufhauses und der Hauptwache im Jahr 1833 klaffte in diesem Teil der Einfriedung eine Lücke, die nicht geschlossen wurde, sondern es erfolgte eine komplette Niederlegung der Einfriedung (StAM Best. 16, Rep. 12, Nr. 36, zit. nach Walter 1994, S. 173). Diese Situation erwies sich jedoch als unbefriedigend, da mit der Profanisierung des Platzes dessen Verunreinigung einherging. 1855 wurde der Bereich um die Kirche in der hier vorliegenden Form durch eine Sockelmauer mit gußeisernem Gitter und hohen Zwischenstützen eingefriedet (Walter 1994, S. 173; Holtmeyer 1923, S. 190, gibt dagegen das Jahr 1834 an und beruft sich hierbei auf eine Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel von Carl Wilhelm H. Hochhuth, Provinz Hessen-Nassau, Königreich Preußen, Kassel 1872).
Der nachfolgende Plan GS 12776 zeigt das Gelände mit der neuen, hier als Baubestand bereits schwarz eingetragenen Umfriedung ohne die ehemalige Umgebungsbebauung.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Walter 1994, Abb. 200


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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