3.126.1.1 - Wetzlar, Dom, Skizze des Westportals, perspektivische Ansicht



3.126.1.1 - Wetzlar, Dom, Skizze des Westportals, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: GS 14476
Bezeichnung: Wetzlar, Dom, Skizze des Westportals, perspektivische Ansicht
Künstler: Hugo Schneider (1841 - 1925), Zeichner
Datierung: 23.05.1863
Geogr. Bezug: Wetzlar
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 16 x 11,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: verso: "Wetzlar am 23 May 1863" (Graphit)


Katalogtext:
Schon als Zeichner und Polier der Kölner Dombauhütte (1861-1864) suchte Hugo Schneider einige Orte seiner hessischen Heimat auf und zeichnete dort herausragende Bauwerke insbesondere gotischen Stils. Dazu zählen zwei heute lose aufbewahrte Blätter eines Skizzenbuchs, die Details von der ehemaligen Stifts- und heutigen Pfarrkirche St. Marien zu Wetzlar, des sogenannten Wetzlarer Doms, zeigen (vgl. auch L GS 14475). Beide Zeichnungen datieren auf den 23. Mai 1863.
Die Marienkirche zu Wetzlar geht auf einen spätkarolingischen, 897 geweihten Vorgängerbau zurück, doch stammen die ältesten Teile des aufgehenden Mauerwerks heute erst aus dem 11. Jahrhundert (im Langhaus). Im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts kam es zu einem Neubau im romanischen Stil, einer dreischiffigen Basilika mit Querschiff, Rechteckchor und kürzeren, rechteckigen Nebenkapellen, der aber im 13. Jahrhundert nicht mehr genügte. Um 1235/40 begann man damit, um den romanischen Altbau einen neuen, größeren gotischen Bau zu errichten, der jedoch nicht vollendet wurde. Fertiggestellt wurde um 1250 der Chor, zu Beginn des 14. Jahrhunderts auch Querschiff und Langhaus. Der wohl 1336 begonnene Westbau blieb unvollendet, so daß die romanische Eingangsfront hinter dem gotischen Torso erhalten blieb.
Hugo Schneider zeichnete das Tympanon des großen gotischen Westportals und deutete den architektonischen Kontext mit knappen Linien an. Das um 1370 entstandene Portal weist reichen Figurenschmuck auf, den Schneider mit schnellen Strichen skizzierte: Am Mittelpfosten des Portals steht unter einem turmartigen Baldachin eine Madonna mit Kind, im unteren Register des Tympanons ist die Anbetung des Kindes durch die hl. drei Könige, im oberen Register eine von Engeln flankierte Marienkrönung dargestellt. In den umlaufenden Archivolten kamen unter kleinen Baldachinen die klugen und die törichten Jungfrauen zur Ausführung, die in Schneiders schneller Skizze jedoch kaum als solche zu erkennen sind.
Stand: September 2007 [LK]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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