1.14.2.1 - Kassel, Ottoneum (Kunsthaus), Entwurf für einen Münzkabinettschrank, Aufriß und Schnitt



1.14.2.1 - Kassel, Ottoneum (Kunsthaus), Entwurf für einen Münzkabinettschrank, Aufriß und Schnitt


Inventar Nr.: GS 12647
Bezeichnung: Kassel, Ottoneum (Kunsthaus), Entwurf für einen Münzkabinettschrank, Aufriß und Schnitt
Künstler: Rudolf Erich Raspe (1736 - 1794), Entwurf
Johannes Ruhl (1731 - 1794), Ausführung
Datierung: 1767
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, graubraun, grün und rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: bekröntes Lilienwappen, "WR" (ligiert), "C&I H"
Maße: 25,9 x 23,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "fß."
Beschriftungen: in der Darstellung: Buchstabenbenennung der Einzelteile (Feder in Braun)


Katalogtext:
Der vorliegende Entwurf zeigt einen ca. 2,20 m hohen Kabinettschrank, der für die Aufbewahrung der Münzbestände im sog. Kunsthaus, dem 1696 für die landgräflichen Kunstsammlungen umgestalteten Ottoneum, konzipiert wurde. Seit 1716 waren die Münzbestände in einer zu diesem Zweck angefertigten Pyramide untergebracht, die den Anforderungen offensichtlich nicht mehr genügte. Als Initiator für die Neukonzeption wirkte Rudolf Erich Raspe, der ab 1767 die Stelle des Antiquarius bekleidete und für den Bestand von über 15.000 Münzen und Medaillen verantwortlich war. Für die Katalogisierung und die nachfolgende systematische Neuordnung der Sammlung war eine neue Unterbringung vonnöten. Zu diesem Zweck entwarf Raspe zusammen mit dem Hof- und Kabinettschreiner Johannes Ruhl neue Münzschränke.
Auf einem Untergestell mit geschwungenen Beinen und geschweifter Vorderzarge befindet sich ein zweitüriger Aufsatz mit geschweiftem Kantenabschluß. In die Türen sind acht von Holzstegen getrennte Glasscheiben eingesetzt, die einen Blick in das Innere ermöglichen. Im Innern befinden sich zwei mit hölzernen Türen versehene Einsätze, deren Breite und Höhe durch die Buchstaben e, f, g und h gekennzeichnet sind. Ihre Tiefe wird durch den dargestellten Schnitt verdeutlicht. Diese herausnehmbaren Einsätze sollten der eigentlichen Aufbewahrung der Medaillensammlung dienen. Jeder der Einsätze ist wiederum in zwölf Fächer unterteilt, in denen, wie in den oberen beiden Fächern eingezeichnet, zehn hölzerne Tablare untergebracht werden konnten. Über den hölzernen Einsatzkästen konnte der von den Buchstaben e, i und h markierte Raum zur Präsentation von Objekten benutzt werden (Katalog Kassel 1985/2, S. 13).
Kurz bevor die Sammlung in den zweckgebundenen Museumsbau des Fridericiums verbracht wurde (1779), ist der vorliegende Entwurf in einer veränderten Form ausgeführt worden. Im Bestand der Museumslandschaft Hessen-Kassel befindet sich ein Münzkabinettschrank, der unmittelbar mit dem Entwurf in Verbindung gebracht werden kann (frdl. Mitteilung von Ekkehard Schmidberger). Der etwas niedrigere (1,77 m) Kabinettschrank zeigt ein Untergestell mit höheren Beinen und einem Aufsatz mit rundbogig geschwungener Abschlußkante. Die Vorderzarge weist eine leicht abweichende geschwungene Form auf, bei der eine Mittelkerbe unter der Schlagleiste zu liegen kommt. Noch 1932 ist dieser Schrank als Ausstellungsmöbel im Rahmen der Sonderausstellung "Hessen - Schweden" verwendet worden (Schmidberger 1988, S. 69, Abb. 10).
Zum Sammlungsbestand der Abteilung Angewandte Kunst gehören darüber hinaus drei weitere Münzschränke (Inv.Nr. K/P 2001/34a-c), die ebenfalls von Johannes Ruhl angefertigt wurden. Die länglichen Münzschränke stehen auf einem sechsbeinigen Untergestell, haben eine gerade Abschlußkante und sind mit vier hölzernen Türen versehen. Sie stammen aus dem Museum Fridericianum und sind vermutlich unmittelbar nach dem Umzug des Bestands in den Neubau 1779 angefertigt worden.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Katalog Kassel 1985/2, Abb. I, S. 13; Gercke 2005, S. 68f., Abb. 31; Vercamer 2007, S. 319 m. Abb. 16


Letzte Aktualisierung: 22.06.2016


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