1.16.1.1 - Kassel, Gemäldegalerie (Neue Galerie), Erdgeschoß, Ausführungsentwurf, Grundriß



1.16.1.1 - Kassel, Gemäldegalerie (Neue Galerie), Erdgeschoß, Ausführungsentwurf, Grundriß


Inventar Nr.: GS 18305
Bezeichnung: Kassel, Gemäldegalerie (Neue Galerie), Erdgeschoß, Ausführungsentwurf, Grundriß
Künstler: Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Architekt, Entwurf
Datierung: um 1871
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz, braun laviert
Träger: Velinpapier auf Karton
Wasserzeichen: -
Maße: 44,9 x 95,5 cm (Blattmaß)
49,5 x 98,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben mittig: "Gemäldegalerie-Gebäude zu Cassel. / Erdgeschoss" (Feder in Schwarz)
oben rechts: "Revisionszeichnung." (Feder in Braun)
unten rechts: "Tünchstärke 0,02 m / Sockelstärke 0,03 m" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "I. 13." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Mittelaxe der Pavillons" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: diverse Nummern und Maßangaben (Feder in Schwarz und Braun)


Katalogtext:
Die Gemäldegalerie an der Schönen Aussicht in Kassel ist nach den Plänen von Dehn-Rotfelser als 89,3 m langer, gestreckter Bau mit einem Mitteltrakt und nahezu quadratischen Endpavillons, die nur 2 m breiter als der Mitteltrakt (22 m) sind, errichtet worden. Mittelbau und Eckpavillons zeigen eine zurückhaltend akzentuierte Mittelachse, die an der Rückfront des Mittelbaus durch ein Karyatiden-Portal hervorgerufen wird. Drei durch Doppelsäulen unterteilte Bogenöffnungen bilden von der Friedrichsstraße aus den Zugang in die Gemäldegalerie. An das durch eine Säulenstellung gegliederte Vestibül schließen sich seitlich eine Garderobe und ein Zimmer für den Portier an sowie der neben dem Treppenaufgang liegende Raum in die Sammlungen und ein Atelier für den Restaurator. Die Aufteilung des Sammlungsbereichs erfolgt entsprechend der langgestreckten Grundrißstruktur in einer Raumabfolge, wobei drei große, mittig angeordnete Säle von drei schmaleren Räumen und einer zur Fuldaaue hin gelegenen Galerie umschlossen werden. Dies entspricht der Raumaufteilung des Obergeschosses, das mit seinen zentralen Oberlichtsälen das Herzstück des Gebäudes darstellt.
In der baugeschichtlichen Abhandlung, die Heinrich von Dehn-Rotfelser als Einleitungstext zum ersten Sammlungsverzeichnis der Gemäldegalerie verfaßte, nennt er im Hinblick auf die allgemeine Gebäudedisposition "die ältere Pinakothek zu München als Vorbild" (Dehn-Rotfelser 1878/2, S. III). Der im Herbst 1836 eingeweihte Bau, mit dem Leo von Klenze "den wegweisenden Typus der modernen Gemäldegalerie" vorweggenommen hatte, indem er sich von den "französischen, insbesondere durch Durand kanonisierten Vorbildern" abwandte (Katalog München 2000, S. 286), gab jenen Mitteltrakt mit Endpavillons vor, die auch das Charakteristikum der Kasseler Gemäldegalerie bilden, wobei die einzelnen Bauteile in München eine größere Ausdehnung haben. Auch die Unterbringung von Vestibül und Haupttreppenhaus in einem der Pavillons ist in dem Münchener Bau vorgebildet. In Kassel erfolgt die Erschließung über den östlichen, zum Palais Bellevue gelegenen Pavillon, wie in dem vorliegenden Ausführungsentwurf sichtbar ist, allerdings in Längsrichtung und in Verlängerung des Mitteltrakts, während Klenze das Treppenhaus in Querrichtung am Ende eines Pavillons unterbrachte, um die Abfolge der Ausstellungsräume nicht zu durchbrechen. Im Erdgeschoß des Münchener Museumsbaus sind ebenfalls die Verwaltungsräume und die großen Magazine untergebracht. Die eigentliche Objektpräsentation ist auf die Lichtanforderung der Sammlungen abgestimmt. In der vorbildhaften Präsentation von Klenze waren die Vasensammlung und das Kupferstichkabinett hier untergebracht, für Kassel sah Dehn-Rotfelser in dieser Etage die Gipsabgüsse sowie das Kunsthandwerk vor.
Im Grundriß sind die Numerierung der Räume sowie Angaben zu den Raumfarben in Blau später hinzugefügt worden. Zu einer späteren Zeit erhielt das Blatt dann wohl auch den Status einer Revisionszeichnung. Die in diesem Kontext genutzten Blätter, die ebenfalls zu dem Konvolut gehören, unterscheiden sich in ihrer Darstellungsart deutlich von dem älteren Blatt.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
  • Heinz, Marianne: Neue Galerie Architektur. Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2011, Kat.Nr. 5, S. 11.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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