12.7.2.1 - Entwurf einer neogotischen Kirche, perspektivische Ansicht



12.7.2.1 - Entwurf einer neogotischen Kirche, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: GS 21080
Bezeichnung: Entwurf einer neogotischen Kirche, perspektivische Ansicht
Künstler: Wilhelm Blaue (1873 - 1967), Zeichner
Carl Wilhelm Ernst Schäfer (1844 - 1908), Zeichner
Datierung: 1894
Geogr. Bezug:
Technik: Feder in Schwarz, Kohle
Träger: Papier auf Karton
Wasserzeichen: nicht ermittelbar
Maße: 682 x 505 cm (Blattmaß)
615 x 437 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten rechts: "WB." (Graphit, Feder in Schwarz)
unten rechts: "Ges. Schäfer / 94." (Graphit)


Katalogtext:
Von der Hauptfront im Südwesten blickt der Betrachter auf einen neogotischen Kirchenbau mit mächtigem, viergeschossigem Turm, der seitlich in die Giebelfront eingestellt ist. Die starken Eckpfeiler enden in filialartigen Türmchen, die einen steinernen Spitzhelm rahmen. Das Langhaus, das an zwei Seiten von einer offenen Vorhalle umschlossen wird, erstreckt sich über vier Joche. Die Säulen der Spitzbogenarkade sind in weiten Abständen auf eine Sockelzone gesetzt, wobei die erste Achse von einem Wimperg bekrönt wird und an dieser Stelle den Eingang akzentuiert. Diese markante Vorhalle läßt sich durch den Titel der Zeichnung deuten, die als "Entwurf für eine Wallfahrtskirche" im Zugangsregister aufgeführt ist. Der ungewöhnlich weitläufige Bauteil könnte vielen Pilgern Schutz bieten.
Wilhelm Blaue, der seine Zeichnung mit "WB." unten rechts signierte, versetzte seinen an der französischen Hochgotik orientierten Kirchenentwurf in eine malerische Umgebung, die er durch die Vegetation an den seitlichen Bildrändern, die Staffagefiguren im Innern der Vorhalle und die Struktur des Himmels überzeugend inszenierte. Insbesondere die Turmgestaltung zeigt Stilformen, die sich mit den Kasseler Neogotikern um Georg Gottlob Ungewitter in Verbindung bringen lassen.
Hier mag eine Beeinflussung durch Carl Schäfer zugrunde liegen, dessen Sichtvermerk neben Blaues Signatur zu finden ist. Carl Schäfer war ehemals Schüler von Ungewitter und ab Oktober 1894 als Dozent an der Technischen Hochschule in Karlsruhe tätig. Ein kleiner Kreis seiner Schüler, zu denen auch Blaue zählte, folgte Schäfer von Berlin in die badische Residenzstadt. Dort war Blaue sogar zeitweilig Schäfers Assistent (Schuchard 1979, S. 22f.).
Das Blatt ist im Rahmen des Nachlasses durch die Witwe Helene Blaue in die Graphische Sammlung gelangt.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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