2.3.23.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Erdgeschoß, Speisesaal (Raum 3), Entwurf für den Fußboden, Aufsicht und Schnitt



2.3.23.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Erdgeschoß, Speisesaal (Raum 3), Entwurf für den Fußboden, Aufsicht und Schnitt


Inventar Nr.: SM-GS 1.3.899
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Erdgeschoß, Speisesaal (Raum 3), Entwurf für den Fußboden, Aufsicht und Schnitt
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt, Entwurf
unbekannt, Zeichner, Ausführung
Datierung: um 1830
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, laviert
Träger: Büttenpapier, auf Unterkarton montiert
Wasserzeichen: "VDL", Jüngling mit Velum auf Kugel
Maße: 63,5 x 98,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben mittig: "Neu einzurichtende Vestibule im 1ten Schlossflügel zu Wilhelmshöhe" (Feder in Schwarz)
verso: "N = 8" (Farbstift in Rot)


Katalogtext:
Der Titel des vorliegenden Blattes, demzufolge es sich um einen Entwurf zur Neugestaltung des Vestibüls im ersten Schloßflügel, dem sog. Weißensteinflügel, handelt, muß zunächst überraschen, da die charakteristische Grundfläche für den im Erdgeschoß gelegenen Speisesaal in Anspruch genommen werden kann. Dieser aus einem rechteckigen Hauptraum und einer Apsis zusammensetzte Saal wird von einer gekoppelten Doppelsäulenstellung dorischer Ordnung getrennt. Ursprünglich war der Raum, wie ein um 1787 entstandener Grundriß verdeutlicht, als Bibliotheksgalerie geplant (L GS 12490). Erst in den darauffolgenden Jahren wurde die Galerie als Speisesaal genutzt (s. Grundriß des Erdgeschosses zwischen 1788 und 1790, GS 18396; Dittscheid 1987, S. 93). David August von Apell beschreibt in seiner Reiseskizze aus dem Jahr 1792 das Speisezimmer, "[...] das 45 Fuß lang und 30 Fuß breit ist, ohne die Vertiefung zu rechnen, in der die Büffets stehen, und die durch vier freystehende jonische Säulen von den Zimmern abgesondert wird" (Apell 1792, S. 104). Im Zusammenhang mit den Renovierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen wurde in die westliche Apsis eine geschwungene Treppe eingebaut, die vom Erdgeschoß in das zweite Obergeschoß führte, wo zur Abtrennung eine Glaswand entstand (s. a. VSG 1.3.989). Auf Erdgeschoßebene sollte der Raum nun als Vestibül fungieren. Damit verbunden war eine Fußbodengestaltung, die der Raumbestimmung entsprach und einen wohl aus Stein gearbeiteten Fußboden in zweifarbiger rautenförmiger Musterung vorsah. Der Bereich der Bodenfläche, der sich in dem für den Treppeneinbau vorgesehenen Apsis befand, ist bemerkenswerterweise aus der Zeichnung ausgeschnitten worden. Der heutige Fußboden im Speisesaal entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Er zeigt ein Eichenparkett, dessen Struktur dem historischen Fußboden im benachbarten Audienzsaal nachempfunden wurde. Allerdings hat sich ein Rest der mit dieser Zeichnung dokumentierten Fußbodengestaltung erhalten. Der Boden des mittleren Balkons in der Apsis zeigt heute noch das zweifarbige Rautenmuster.
Zum Bad Homburger Bestand gehört auch ein dekorreicher Alternativentwurf (VSG 1.3.1003).
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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