2.3.23.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurfsskizze für das Erdgeschoß, Grundriß



2.3.23.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurfsskizze für das Erdgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: SM-GS 1.3.915
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurfsskizze für das Erdgeschoß, Grundriß
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1830
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit
Träger: Büttenpapier, auf Unterkarton montiert
Wasserzeichen: "VAN DER LEY" (zweimal), "VDL", Jüngling mit Velum auf Kugel
Maße: 66,5 x 151 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: verso: "N = 24" (Farbstift in Rot)


Katalogtext:
Das stark beschädigte Blatt zeigt einen unfertigen Entwurf vom Erdgeschoß des Corps de Logis. Bei der in Graphit ausgeführten Zeichnung beschränkte sich der unbekannte Zeichner auf die Umfassungsmauern des Gebäudes sowie auf die Trennwände im Innern. Als einziges Detail ist die südliche Nebentreppe im Grundriß eingetragen.
Noch in der Zeit des Königreichs Westphalen wurden Veränderungen in den Räumen des Corps de Logis von Schloß Wilhelmshöhe vorgenommen, die sich nicht auf die Neuanschaffung bzw. 'Modernisierung' des Mobiliars beschränkten. So wurde die nördliche Dienertreppe direkt neben dem Haupttreppenhaus zu einer dreiläufigen Treppe mit Richtungswechsel vergrößert, und in der Beletage wurden die Alkoven in den beiden Schlafzimmern durch den Einbau kleiner Kabinette in ihren Ausmaßen verringert (GS 18398). Nach dem Ende des Königreichs Westphalen sind unter der Regentschaft von Kurfürst Wilhelm II. weitere Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen worden. So wurde der neben dem Empfangssaal gelegene Salon, das spätere Billardzimmer, auf Kosten des parkseitigen Raumes, des späteren Jagdzimmers, erweitert. Einige der Veränderungen sind dem vorliegenden Grundriß trotz seiner Skizzenhaftigkeit zu entnehmen. Sie betrafen z. B. die hinter dem Vestibül geplante neunachsige Galerie mit gliedernden Doppelsäulen (s. GS 5742), die in dieser Form jedoch nicht ausgeführt wurde. Bereits in einer von Jussow angefertigten Entwurfszeichnung des Erdgeschosses aus den Jahren 1792/93 finden sich eine Reihe nachträglicher Korrekturen bzw. baulicher Veränderungen, die in den folgenden zwei Jahrzehnten durchgeführt wurden. Dazu zählte auch die Unterteilung der langen Galerie in drei eigenständige Räume, wobei der mittlere Saal (Raum 32) auf die Breite des Portikus Bezug nimmt (GS 5749, um 1793). Dieser als Empfangssaal genutzte fünfachsige Raum läßt sich in dem Grundriß wiederfinden. Links von ihm schließen sich zwei kleinere Gesellschaftsräume an, die unter Jérôme zu einem vierachsigen Versammlungs- oder Coursaal zusammengelegt wurden, der auch als Gemäldegalerie diente (Dittscheid 1987, S. 150; Brunckhorst 2006, S. 35). Im Jahr 1827 wurde der Raum zu einem Speisesaal umfunktioniert (Holtmeyer 1910, S. 317, Anm. 4; StAM Best. 7b 1, Nr. 349, Die Einrichtung der ehem. Garderobenzimmer im Rez de Chaussée des Schlosses zu einem Speisezimmer 1826/27), der bis zur Kriegszerstörung auch noch bestanden hat. Die Zeichnung entstand folglich vor dieser Baumaßnahme und sollte möglicherweise den Bestand dokumentieren.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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