3.130.2.18 - Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß (recto), Grundriß



3.130.2.18 - Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß (recto), Grundriß


Inventar Nr.: SM-GS 1.3.1024
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß (recto), Grundriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, fraglich
Datierung: 12.06.1822
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Feder in Schwarz
Träger: bräunliches Papier
Wasserzeichen: "D & B" und "PROPATRIA" mit Wappen, Löwe und Schwert
Maße: 31,4 x 20 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oberer Rand: "Landgraf Wilhelm VIII Nachfolger des Landgrafen Carl 20/3 17[...]" (Graphit)
oben (linkes Blatt): "Plan von dem Schloß zu Wilhelmsthal" (Feder in Schwarz)
oben (linkes Blatt): "Rez de chaussee" (Feder in Schwarz)
unten links, unten rechts: "12/6 22" (Feder in Schwarz, Graphit)


Katalogtext:
Aus dem Nachlaß Regenbogen stammt das vorliegende, beidseitig benutzte Blatt, dessen Grundrißdarstellungen des Wilhelmsthaler Schlosses im Jahr 1822 angefertigt wurden.
Der Gebäudekomplex des Schlosses besteht aus drei um einen "Cour d'honneur" angeordneten Bauten, wobei das Corps de Logis mit den Seitenflügeln durch niedrige Galerien verbunden ist. Im Hauptgebäude sind auf beiden Etagen seitlich von Vestibül und Hauptsaal zwei Appartements mit einer als Enfilade angelegten Raumfolge angeordnet. In den Seitenflügeln ist auf der nördlichen Seite die Schloßkapelle sowie zwei weitere Appartements und südlich die Schloßküche untergebracht. Die ausgewiesene Raumaufteilung entspricht bei beiden Geschossen weitgehend der in den Bauaufnahmen des 19. Jahrhunderts (s. Marb. Dep. 212b u. Marb. Dep. 212d) niedergelegten Struktur. Die beiden Grundrisse sind schematisch angelegt, im Zentrum der Darstellung steht ganz klar die farbige Markierung der Räume des Corps de Logis. Davon ausgenommen sind im Erdgeschoß nur das Vestibül und die Lakaienstübchen, in der Beletage der Vorsaal sowie die Garderobe der Landgräfin und die benachbarte Kaffeeküche. Auffällig ist die rahmenartig aufgebrachte Kolorierung, die von der raumfüllenden Kolorierung anderer Räume unterschieden wird.
Vermutlich entstanden die Zeichnungen vor dem Hintergrund der 1822 durchgeführten Renovierung des Schlosses. Julius Eugen Ruhl, von dem die Zeichnungen möglicherweise auch stammen, ist in seinen leider nicht erhaltenen Lebenserinnerungen auf diese Renovierung eingegangen, die offensichtlich auch von ihm geleitet wurde (Bleibaum 1926, S. 17). Decken und Boiserie sind im Zuge dieser Maßnahme renoviert und - wie Bleibaum schreibt - leider teilweise übermalt worden. Stücke der barocken Inneneinrichtung aus dem Weißensteinflügel von Schloß Wilhelmshöhe (Wandbespannungen, Fenstervorhänge und Mobiliar) wurden in diesem Jahr hierher verbracht (s. Bleibaum 1926, S. 51, 56, 66f., 69, 79, 93). Andere Stücke wurden ausgetauscht und gelangten z. T. nach Schloß Wabern.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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