2.6.9.39 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Ofenschirm, perspektivische Ansicht



2.6.9.39 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Ofenschirm, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: GS 5457
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Ofenschirm, perspektivische Ansicht
Künstler: Johann Christian Ruhl (1764 - 1842)
Datierung: 1794/95
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Braun, braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "C&I HONIG"
Maße: 32,2 x 20,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen:


Katalogtext:
Das Blatt zeigt den Entwurf für einen Ofenschirm in einer Mischung aus Louis-seize und gotisierenden Formen, den Wolfgang Riedl stilistisch und aufgrund eines Schriftvergleichs Johann Christian Ruhl zuschreibt (Riedl 1993, GrafKat. 34). Ein hochrechteckiger Gestellrahmen in der Grundstruktur eines Louis-seize-Möbels, dessen Leisten an den Seiten mit geriefelten, vorgesetzten Rundstäben sowie oben und unten mit einem Rautenmuster versehen sind, ruht auf Bogenfüßen mit Volutenenden, die perspektivisch verzerrt dargestellt sind. Auf der oberen Rahmenleiste sitzt ein Kielbogen mit Krabbenbesatz auf, dem ein von Eichenlaub umrankter Helm mit offenem Visier einbeschrieben ist.
Dieser Dekor läßt einen Zusammenhang mit der Innenausstattung der Löwenburg vermuten, zumal ein gleichartig gestalteter Entwurf für einen Ofenschirm (GS 5713) erhalten ist, nach dem ein entsprechendes Möbel für das Gebäude gearbeitet wurde (mhk, VSG 2.7.631, z. Zt. im Depot des Weißensteinflügels). Abweichend von Riedl, der bei diesem zweiten Entwurf die zeichnerische Sicherheit von Heinrich Christoph Jussow und in der Beischrift auch dessen Hand zu erkennen glaubt, schreibt Sabine Thümmler die Zeichnung ebenfalls Ruhl zu (s. GS 5713).
Die Ausführung der Innenausstattung der Löwenburg war von der engen Zusammenarbeit der beiden Künstler geprägt. Jussow, der als ausführender Architekt die Bauleitung innehatte, fertigte eine Reihe von Möbelentwürfen eigenhändig an. Ruhl war bis 1802 für sämtliche Bildhauerarbeiten in Stein und Holz zuständig, wobei er neben reinen Ausführungsarbeiten auch eigenständig Alternativentwürfe vorlegte (Riedl 1993, S. 50-52).
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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