2.3.10.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurf, Querschnitt
2.3.10.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurf, Querschnitt
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| Inventar Nr.:
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GS 12494 |
| Bezeichnung:
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Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Entwurf, Querschnitt |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
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| Datierung:
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1794 - 1797 |
| Geogr. Bezug:
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Kassel-Wilhelmshöhe |
| Technik:
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Graphit, Feder in Grauschwarz, grau laviert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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71,8 x 57,6 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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- |
| Beschriftungen:
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Katalogtext:
Das Blatt zeigt einen Querschnitt durch die Mittelachse des Corps de Logis. Die Gewölbekonstruktion der Kellerräume ist summarisch in Umrissen wiedergeben. Präzise zeichnete Jussow hingegen übereinander das Erdgeschoß mit Vestibül und Treppenhaus, die Beletage mit Antichambre und Grand Salon, den zweiten Stock mit Bibliothek und der Gewölbezone des Grand Salon, das Friesgeschoß mit Möbelkammer, ein niedriges Dachbodengeschoß und den Kuppelsaal.
Im Vorsaal zum Grand Salon fällt die Kopie des Herkules Farnese auf. Dieser war seit der Aufstellung einer monumentalen Kopie nach der antiken Figur auf dem Oktogon unter Landgraf Karl zu einem Symbol der Landgrafschaft Hessen-Kassel geworden. Im Weißensteinflügel befindet sich bis heute eine Marmorkopie.
Die Zeichnung hält nicht nur Einzelheiten der Raumausstattung fest, sondern auch konstruktive Elemente wie die Verdübelung der Säulentrommeln, Eisenverklammerung der Portiken und Verdübelung der hölzernen Kuppelschalen. Der Entwurf stimmt mit der Ausführung weitgehend überein. In der Zeichnung sind allerdings die im Bibliothekssaal später frei aufgestellten Säulen noch nicht berücksichtigt (Manuskript Schuchard/Dittscheid).
Der Querschnitt verdeutlicht, daß die Kuppel keinerlei Verbindung zu den Repräsentationsräumen hatte und nur schwer über winkelige Treppen und Abseiten zugänglich war. Sie hatte vor allem Bedeutung für die Wirkung des Außenbaus.
Die Repräsentationsräume sind mit Pinsel übergangen, während Jussow die übrigen Gebäudeteile nur mit Graphit und Feder ausführte.
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]
Literatur:
- Albrecht Bangert: Architektur von H. Chr. Jussow in Kassel um 1800. Diss. München 1969, S. 119, Kat.Nr. Anm. 21.
- P. Gercke: Kunst in Hessen und am Mittelrhein 22. 1982, S. 32.
- Dittscheid, Hans-Christoph: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaues am Ende des Ancien Régime. Charles de Wailly, Simon Louis Du Ry und Heinrich Christoph Jussow als Architekten von Schloß und Löwenburg in Wilhelmshöhe (1785-1800). Worms 1987, S. 136, 339f, Kat.Nr. Nr. 105, Abb. 240.
- Heraeus, Stefanie: "Die Wiedergeburt des guten Geschmacks in Hessen". Landgraf Karl als Kriegsheld und Kunstmäzen. In: Herkules. Tugendheld und Herrscherideal. Das Herkules-Monument in Kassel-Wilhelmshöhe (1997), S. 79-98, S. 97f, Kat.Nr. 81.
- Herkules. Tugendheld und Herrscherideal. Das Herkules-Monument in Kassel-Wilhelmshöhe. Kassel - Eurasburg 1997, S. 153, Kat.Nr. Nr. 42, Abb. 81.
- Hans-Christoph Dittscheid: Sanierung im Interessenkonflikt zwischen Denkmalpflege und Museum: Schloß Wilhelmshöhe in Kassel. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für Burgenkunde und Denkmalpflege 1997, S. 4-16. 1997, S. 11, Kat.Nr. 10.
- Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 142, Kat.Nr. 27.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2026