1.3.8.7 - Kassel, Chattenburg, Beletage nach H. Ch. Jussow, Grundriß mit einer aufgeklebten Entwurfsvariante



1.3.8.7 - Kassel, Chattenburg, Beletage nach H. Ch. Jussow, Grundriß mit einer aufgeklebten Entwurfsvariante


Inventar Nr.: GS 12505
Bezeichnung: Kassel, Chattenburg, Beletage nach H. Ch. Jussow, Grundriß mit einer aufgeklebten Entwurfsvariante
Künstler: Johann Daniel Wilhelm Eduard Engelhard (1788 - 1856), Zeichner
Datierung: 1824-1834
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1824"
Maße: 52,7 x 33,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten: "HAUPT-STOCKWERK DER CATTENBURG" (Feder in Schwarz)
auf dem aufgeklebten Blatt: "VORGESCHLAGENE VERÄNDERUNG" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Diese wie GS 16757 auf einem Papier mit Wasserzeichen von 1824 angefertigte Zeichnung präsentiert den Grundriß der ersten Etage der Chattenburg mit einer kleinen, am oberen Blattrand aufgeklebten Alternative Engelhards zum hinteren Querflügel. Mit dieser Variante anstelle der dort von Jussow vorgesehenen Räume wurde der Plan in dem Aufsatz Engelhards von 1845 veröffentlicht. Die zugehörige Legende erläutert die Raumfunktionen: "a Haupttreppe. / b Saal der Leibwache (Garde du Korps). / c Erster Vorsaal. / d Zweiter Vorsaal. / e Galerie. / f Spielzimmer. / g Erster Speisesaal. / h Zweiter Speisesaal. / i Festsaal. / k Obere Abtheilung der Schloßkirche. / l Wohnzimmer des Kurfürsten. / m Wohnzimmer der Kurfürstin. / n Audienzsaal. / o Thronsaal. / p Zimmer zur Wohnung einer fremden Fürstin. / q Zimmer zur Wohnung eines fremden Fürsten. / r Treppenräume. / s Treppe". Dies entspricht der Abfolge, die in dem neu entdeckten Präsentationsgrundriß Jussows (Marb. Dep. II, 145) und der zugehörigen Legende (Marb. Dep. II, 149) überliefert ist.
Das kleine Deckblatt am oberen Rand, bezeichnet als "vorgeschlagene Veränderung", hält die Alternative für den Festsaal im östlichen Querflügel fest, dessen ursprüngliche Anlage Engelhard in seinem Aufsatz kritisiert: "Die Gestalt und Einrichtung des Ballsaals möchte der Kritik unterliegen. Ein solcher Saal ist doch nicht allein zum Tanz bestimmt, sondern er ist bei jedem Feste eigentlich der Hauptort, wo sich dessen größter Glanz konzentriert. […] Wenn man aber die Formen und Verhältnisse der drei Vorsäle damit vergleicht, so muß es sogleich auffallen, daß diese weit großartiger und bedeutender sind als wie die des Hauptsaales und das scheint mir eine wesentlicher Mangel. […] Dazu kommt, daß die Form eines Rechtecks, das mehr als dreimal so lang wie tief ist, für einen Tanzsaal nicht zweckmäßig ist" (Engelhard 1845/1, S. 61). Er berichtet weiter: "Es schien mir dieser Saal so wesentlich unvollkommen, daß ich ungeachtet die Risse schon genehmigt waren und ausgeführt wurden, doch einen Versuch machte, Jussow zu bewegen sich hier zu einer Veränderung zu entschließen […]. Diese Proporzion hatte die gute Folge, daß der Saal so breit projektiert wurde, wie er im Grundrisse angegeben ist, denn früher war er noch um mehrere Fuß schmaler" (Engelhard 1845/1, S. 61). Die vorgeschlagene Variante mit quadratischem, kuppelüberwölbtem Festsaal zwischen den beiden Speisesälen schien ihm aber immer noch nicht ausreichend: "Jetzt würde mir auch mein damaliger Riß nicht mehr Genüge leisten, ich würde vielmehr aus den drei Sälen einen einzigen mit drei solchen flachen Kuppeln, wie hier eine projektiert ist, machen und der Meinung sein, daß der zweite und dritte Vorsaal, einige der anderen kleinern nahebei liegenden Säle und nöthigenfalls auch die Galerie als Speisesäle benützt werden könnten" (Engelhard 1845/1, S. 61).
Ebenso wie der entsprechende Grundriß des Erdgeschosses GS 16757 belegt auch dieser Plan, daß sich Engelhard nach dem Abbruch der Bauarbeiten an der Chattenburg 1821, neben seinen Projekten zum Neubau am Friedrichsplatz, weiterhin mit Plänen zum Weiterbau der Residenz beschäftigte.
Stand: Mai 2005 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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