2.4.1.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Ausführungsentwurf, Grund- und Aufriß



2.4.1.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Ausführungsentwurf, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 12507
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Ausführungsentwurf, Grund- und Aufriß
Künstler: Leo von Klenze (1784 - 1864), Architekt
Datierung: 1809/10
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 33,4 x 66,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: in der Darstellung: Maßangaben (Graphit, Feder in Schwarz, Braun und Rot)


Katalogtext:
Die vermaßte Federzeichnung, die den Grundriß des Theaters Napoleonshöhe und den Aufriß der südlichen Schmalseite zeigt, bildet die Ergänzung zu dem Entwurf der Längsseite (GS 12508). Ebenso wie bei GS 12509 sind die in brauner Feder eingetragenen Maßzahlen der Darstellung wohl nachträglich von Jussow hinzugefügt worden.
Charakteristische Gestaltungsmotive der Grundrißlösung von Klenze war die Raumfolge aus Bühne, hufeisenförmigem Zuschauerraum und Königsfoyer, die Erschließung des Gebäudes durch den längsseitig vorgelagerten Viersäulenportikus und das zweifache Treppensystem in den Gebäudeecken sowie auf der Höhe der Proszeniumslogen. Ein besonderes Merkmal stellt die doppelte Eingangssituation dar, mit der er der Forderung nach einem separaten Eingang für den König nachkam. Durch das ädikulagerahmte Portal erreichte Jérôme das ebenerdige Vestibül und gelangte über zwei halbkreisförmige Treppen an den Schmalseiten zur Königsloge im Obergeschoß. Bei der Anlage der Treppen entschloß sich Klenze, wie ein Vergleich mit einer Entwurfszeichnung in der Staatlichen Graphischen Sammlung München (Inv. Nr. 27050) verdeutlicht, zu einer Planänderung, indem er sie von einer dreiläufigen Form mit Zwischenpodesten in einen Halbkreis überführte (Katalog München 2000, S. 218, Abb. 21.2). Weniger einladend war die Situation dagegen im Bereich des Haupteingangs. Angesichts der queroblongen Anordnung des Zuschauerraumes sah sich der Besucher nach dem Eintritt durch den aufwendig gestalteten Haupteingang zunächst der Wand des Zuschauerraumes gegenüber und mußte sich seinen Weg durch den verhältnismäßig schmalen Parkettumgang suchen (Nerdinger 2000, S. 13).
Die Darstellung des Aufrisses, bei der sich Klenze auf die reinen Umrisse beschränkte, ist im Hinblick auf die Präsentation der den Eingang flankierenden toskanischen Säulen nicht ganz eindeutig. Die aufgesockelte Form ist hier nicht das Ergebnis der zeichnerisch indifferenten Darstellung der Wangenmauern wie im Fall der Entwurfszeichnung von der Hauptfassade (GS 12508). Die Sockel lagern scheinbar einem einfach gestuften Podest auf, dessen Einbindung in die umlaufende Freitreppe schwierig zu realisieren gewesen wäre. Möglicherweise ist hier an die später ausgeführte Form des Längsseitenportikus zu denken, wo die Sockel von der Antrittsstufe aus in die umlaufende Freitreppenanlage eingestellt sind. Davon abweichend sind im zugeordneten Grundriß die Säulenbasen direkt auf dem Podest der sechsstufigen Treppenanlage plaziert.
Stand: September 2004; korrigiert August 2007 [MH]


Literatur:
Buttlar 1986, S. 188 m. Abb. 12 und S. 208, Anm. 57; Buttlar/Weber/Schmid 1986, Abb. 10


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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