2.1.2.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Lageplan



2.1.2.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Lageplan


Inventar Nr.: L GS 12651
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Lageplan
Künstler: Caspar Christoph Schaeffer (1776 - 1819), Architekt
Datierung: um 1808
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Grau, grau, rotbraun, beige, blau und grün laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "C & I HONIG"
Maße: 60 x 43,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Toises"
Beschriftungen: unten links: "PLAN / von / WILHELMSHOEHE / mesuré & dess. par Schaeffer" (Feder in Schwarz)
unten links: "hier stand / Napoleonshöhe" (Graphit)
unten rechts: Benennung der Gebäude und Örtlichkeiten (Feder in Grau)
verso: "IV / B 1 a." (Graphit)
verso: "Geschichtsverein" (Graphit)


Katalogtext:
Auf der Grundlage des 1796 von Baukondukteur Caspar Christoph Schaeffer fertiggestellten monumentalen Plans des Parks von Weißenstein, der heute noch im Weißensteinflügel von Schloß Wilhelmshöhe erhalten ist (mhk, GK I 12.028; vgl. Dittscheid 1987, S. 353f.; Becker/Humborg 2002, S. 19f., Abb. S. 21), entstand in unmittelbarer zeitlicher Nähe ein großformatiger Kupferstich (Darstellungsgröße 93,0 x 57,8 cm; vgl. GS 12656). Er wurde von dem späteren Darmstädter Hofkupferstecher Johann Conrad Susemihl nach der Zeichnung Schaeffers gestochen. Bereits wenige Jahre später machten die inzwischen weitergeführten Arbeiten am Park sowie einige vorgenommene Änderungen gegenüber der ursprünglichen Konzeption einen neuen Plan notwendig.
Wieder nach einer Vorlage Schaeffers stach diesen diesmal Hofkupferstecher Gotthelf Wilhelm Weise. Die im Jahr 1800 erschienene Darstellung in einem etwas kleineren Format (Darstellungsgröße 80,3 x 58,4 cm) zeigt die zwischenzeitlich weitgehend fertiggestellten Gartenanlagen, in denen etwa der 1796 konzipierte große Wasserfall bei der Löwenburg (Katalog Kassel 1999/1, S. 158f., Nr. 40) oder der ursprüngliche, 1799 verlegte Abfluß des Lac (Holtmeyer 1913, S. LXXXVf.) nicht mehr vorkommen. Die Anordnung der beiden Schriftfelder für Titel und Legende unten links und rechts folgt dem älteren Blatt, jedoch war der Titel nun von zwölf Veduten mit den wichtigsten Baulichkeiten des Parks umgeben. Die beiden Hauptbauprojekte Landgraf Wilhelms IX., das Schloß und die Löwenburg, sind dabei durch größere Bildfelder hervorgehoben.
Auf der Grundlage dieser Darstellung von 1800 entstanden wenige Jahre später die Zeichnungen L GS 12651 und VSG 1.3.858 (vgl. Härtel 2004, S. 50f., Abb. 18; dort irrtümlich in das Jahr 1796 datiert). Beide, von fast gleichem Format (60,5 x 43,5 cm bzw. 60 x 43,9 cm), zeigen den Zustand nach der Fertigstellung von Schloß und Park. Einige Abweichungen bei der Wiedergabe der Gebäude ermöglichen die Festlegung einer relativen Chronologie der Entstehungszeiten der beiden Pläne. Da in VSG 1.3.858 die Kleinbauten hinter dem Marstall noch vorhanden sind, bei L GS 12651 aber bereits zur Vorbereitung des Bauplatzes für die neuen Ställe (vgl. GS 6285, GS 6286 u. GS 6306) verschwunden, muß ersterer vor dem Plan L GS 12651 entstanden sein. Letzterer wiederum wurde von Schaeffer in der Zeit des Königreichs Westphalen gezeichnet, wie die Legende in französischer Sprache (rechts) und die ursprüngliche Betitelung "Plan de Napoleonshöhe" belegen. Auf diese nachträglich wieder getilgte und zu "Plan von Wilhelmshoehe" veränderte Beschriftung ist durch den später in Graphit erfolgten Zusatz "hier stand Napoleonshöhe" explizit hingewiesen. Der Autorenvermerk "mesuré & dess. par Schaeffer" blieb hingegen in französisch stehen.
Bei der vorliegenden Zeichnung Schaeffers, die bisher in der Forschung überraschenderweise keine Beachtung gefunden hat, dürfte es sich um die Vorlage für den Kupferstich von Jacques Christophe Savin handeln (vgl. GS 12728, L GS 13381 u. L GS 13382). In diesem wurden dann in den frei gelassenen Bereich hinter dem älteren Pferdestall die um 1808/10 neuerbauten Marstalltrakte, die sich bis zum Reithaus erstreckten, ergänzt. Da noch der Pavillon in der Kastanienplantage (Nr. 2) wiedergegeben ist, der 1808/09 dem Theatergebäude Klenzes weichen mußte (Buttlar 1986, S. 188; Härtel 2004, S. 50), läßt sich die Entstehungszeit des vorliegenden Blattes in diese Jahre festlegen.
Gegenüber den erstgenannten älteren Blättern wurde das Format reduziert und die dort 94 bzw. 83 Positionen umfassende Legende auf 66 in der Zeichnung und schließlich 59 in Savins Stich verringert. Diese Zahl wurde später auch in der überarbeiteten und wieder mit deutscher Legende versehenen Version beibehalten (vgl. GS 20271).
Stand: August 2007 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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