2.8.3.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang, Entwurf für eine Gartenanlage vor dem Salon, Plan



2.8.3.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang, Entwurf für eine Gartenanlage vor dem Salon, Plan


Inventar Nr.: GS 12789
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang, Entwurf für eine Gartenanlage vor dem Salon, Plan
Künstler: Daniel August Schwarzkopf (1738 - 1817), Gärtner, fraglich
Datierung: 1786/87
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau, grün, gelb und rot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Lilienwappen mit Krone, darunter "WR" in Ligatur
Maße: 37,3 x 54,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten rechts: "30" (blauer Stift)


Katalogtext:
Die unvollendete Zeichnung zeigt eine kleine Gartenanlage vor den im Grundriß wiedergegebenen Gebäuden des chinesischen Salons mit flankierender Küche und Milchkammer in der “chinesischen” Siedlung Mulang. Sie ist, wie sich schon im Situationsplan GS 12498 andeutet, eingebettet in eine geschwungene Außenkontur, die die Kompartimente medaillonartig einfaßt. Die Gliederung des Salons mit zwei schmalen seitlichen Pavillons, im Inventar von 1797 beschrieben als “Chinesischer langer Salong mit zwey Cabinets zum Speißen und Tantze Sahl” (Holtmeyer 1910, S. 289) entspricht der Darstellung auf einem in Potsdam aufbewahrten Blatt, das Grund- und Aufriß kombiniert (SPSG, Plankammer, Bestand Kassel, Mappe XIV). Auch die Gliederung der beiden ihn flankierenden quadratischen “Nebenhäußchen” (1797 so bezeichnet, vgl. Holtmeyer 1910, S. 289) stimmt überein mit einer Bauaufnahme der Küche (Marb. Dep. 183) sowie einer Zeichnung der “Milchkammer” in Potsdam (SPSG, Plankammer, Bestand Kassel, Mappe XIV).
Der Gartenteil, der sich auf die in der Darstellung des Porzellanmalers Eisenträger nicht sichtbare, rückwärtige Langseite des Salons bezieht, ist detailliert und farbig geschildert. Die zum Gebäude hin abgeböschten Gartenteile werden nach Art der englischen Landschaftsgärten von geschwungenen Wegen durchzogen, denen an exponierten Stellen Blumen-”clumps”, d. h. kleine, hügelartige Blumenbeete, eingefügt sind, wobei eine gewisse Symmetrie gewahrt bleibt. Auffällig ist die gewollt natürliche Art der Wegführung mit unregelmäßigen Konturen, vermutlich eine besondere Eigenart des unbekannten Zeichners. Die einzelnen Wiesenflächen werden von detailliert geschilderten Baumgruppen akzentuiert.
Die Abweichungen zum Situationsplan GS 12498 und die betont “englische” Art der Gartengestaltung lassen vermuten, daß dieser Entwurf etwas später als dieser, etwa 1786/87, entstanden ist. Als Zeichner käme aufgrund des Themas einer der landgräflichen Gärtner in Frage, wobei vor allem an den Hofgärtner Daniel August Schwartzkopf zu denken ist, der in England gearbeitet hatte (vgl. Temple 1990, S. 99) und seit 1766 für den Park Wilhelmshöhe zuständig war.
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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