2.8.8.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf für ein achteckiges Gärtnerhaus, Grund- und Aufriß



2.8.8.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf für ein achteckiges Gärtnerhaus, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 12792
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Mulang (?), Entwurf für ein achteckiges Gärtnerhaus, Grund- und Aufriß
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1785
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Feder in Schwarz, grau, rosa und gelb laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Lilie
Maße: 28,5 x 25,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben links: "Nro 15" (Feder in Braun)
oben rechts: "19" (Farbstift in Blau)


Katalogtext:
Die farbig lavierte Zeichnung präsentiert ein kleines, achteckiges Haus, dessen Fassade aus einer hellfarbigen, fachwerkartigen Rahmengliederung und rosa Putzflächen besteht. Das achtfach gebrochene Zeltdach wird von einem floralen Dekorelement bekrönt. Der Eingang ist durch Oberlichtfenster über der Tür und einen Dreiecksgiebel mit querovalem Fenster besonders hervorgehoben. Unter dem Aufriß sind zwei Grundrißvarianten dargestellt. In der einen Version ist das Innere symmetrisch in zwei gleichartige Räume mit einer Verbindungstür unterteilt, im anderen Fall nimmt der vordere Raum mit Kamin ungefähr drei Viertel des Innenraums ein, während die rückwärtige, nur von außen zugängliche Kammer als Toilette dienen sollte. Dementsprechend könnte es sich um ein Wohnhaus für niederes Personal, möglicherweise einen Gärtner o. ä. handeln.
Wie die beiden zugehörigen Blätter (GS 12791 u. GS 12793) wurde dieser Entwurf im Zusammenhang mit Zeichnungen zum Mulang aufbewahrt. Anklänge an den dort favorisierten chinesischen Stil finden sich allerdings allein in der ungewöhnlichen pastellfarbenen Fassung der Fassade sowie in der Dachform mit Bekrönung. Eine ähnliche Fassadengestaltung mit eingetieften Spiegeln in fachwerkartiger Rahmung weisen die heute noch erhaltene Küche (vgl. Marb. Dep. 183) und die “Milchkammer” im Mulang auf, weshalb man die Zeichnung als einen späteren Entwurf in Anlehnung an diese Bauten interpretieren kann.
Die auffälligen Schattenpartien im Aufriß, die die Eingangspartie einschließlich des Daches plastisch besonders hervorheben und nicht den Gegebenheiten des Grundrisses entsprechen, lassen einen ungeübten Zeichner, möglicherweise einen Gärtner, als Urheber dieses Blattes vermuten.
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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