1.57.1.2 - Kassel, Palais Hessen-Philippsthal, Bauaufnahme, Aufriß



1.57.1.2 - Kassel, Palais Hessen-Philippsthal, Bauaufnahme, Aufriß


Inventar Nr.: GS 13788
Bezeichnung: Kassel, Palais Hessen-Philippsthal, Bauaufnahme, Aufriß
Künstler: Friedrich Wilhelm Selig (1749 - 1816), Zeichner
Datierung: um 1810
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Grau, grau, hellblau, beige, grün und rot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 31,6 x 43,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: zwei bezifferte Maßstäbe ohne Maßeinheit
Beschriftungen: unten miitig: "LE MINISTÈRE DE LA GUERRE (überklebt und radiert) / ÉLÉVATION. / geweßenes Landgräfflich-Philipsthalisches Gebäude / Pallast I. Königl. Hoheit der Kurfürstin v. Hessen / nunmehr General Kriegs Departements Gebäude / nunmehr Dienstgebäude der Kgl. Intendantur XI Armee-Corps." (Feder in Schwarz, Farbstift in Braun, Graphit)
unten rechts: "H 91 a" (Graphit)
verso: "Architekt Charles du Ry / erbaut 1730" (Graphit)
verso: "III C. 14" (Graphit)
verso: "Museum" (Graphit)


Katalogtext:
Das Blatt aus der Serie der Bauafnahmen von Militärgebäuden durch Friedrich Wilhelm Selig (s. GS 14523) zeigt den Aufriß des in der Königsstraße gelegenen Palaisgebäudes. Die Darstellung gibt den Bau isoliert und ohne einen Bezug auf die beidseitig unmittelbar anschließenden Häuser der Königsstraße wieder. Mit elf Achsen war das dreigeschossige Bauwerk im Vergleich zu den üblichen Privatbauten der Oberneustadt ungewöhnlich groß. Aus diesem Grund konnte es auch den höheren repräsentativen Ansprüchen eines Adelspalais und Wohnsitzes einer Kurfürstin genügen und schließlich als Behördensitz verwendet werden. Im Aufriß sind in der üblichen Sorgfalt und Detailgenauigkeit alle Gliederungs- und Schmuckelemente der Fassade und auch die sieben Schornsteine auf dem Giebel des Mansarddaches verzeichnet. Hinter den Sprossen der Beletagefenster werden sogar die Vorhänge sichtbar. Dagegen ist der dem Militäringenieur der Zeit um 1810 fremde Rokokostuck des mittleren Zwerchhausgiebels sehr vereinfacht bzw. mißverstanden wiedergegeben (vgl. die Aufnahme bei Holtmeyer 1923, Taf. 441, 2).
Im Bereich der Balkontür ist ein nachträglich in Graphit eingezeichneter Vorschlag zur Veränderung der Tür zu erkennen, der aber nicht ausgeführt wurde. Wie auch der ebenfalls in Graphit nachgetragene neue Maßstab unter der Bezeichnung belegt, wurde die Zeichnung noch längerer Zeit nach ihrer Entstehung von der Baubehörde weiterverwendet.
Die ursprüngliche Bezeichnung des Blattes mit "LE MINISTÈRE DE LA GUERRE" ist wie bei anderen Stücken der Serie durch einen nachträglich montierten Papierstreifen unkenntlich gemacht. Unter der stehengelassenen Erklärung "ÉLÉVATION" folgen die von unterschiedlichen Schreibern in unterschiedlicher Technik nachgetragenen Nutzungen des Hauses im 19. Jahrhundert als Wohnung der Kurfürstin Wilhelmine Caroline, der Gemahlin Kurfürst Wilhelms I., sowie als kurhessisches Generalkriegsdepartement und, nach 1866, als Intendantur des XI. Armeekorps (Holtmeyer 1923, S. 690f.).
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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