1.34.1.2 - Kassel, Klosterkaserne und Zeughaus, Bauaufnahme, Lageplan



1.34.1.2 - Kassel, Klosterkaserne und Zeughaus, Bauaufnahme, Lageplan


Inventar Nr.: GS 14524
Bezeichnung: Kassel, Klosterkaserne und Zeughaus, Bauaufnahme, Lageplan
Künstler: Friedrich Wilhelm Selig (1749 - 1816), Zeichner
Datierung: um 1810
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, schwarz, grau, blau, rot, rosa und grün laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 31,9 x 44 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben links: "PLAN de SITUATION du CLOSTER et de l'ARSENAL, / avec ses Environs." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: Benennung der Bauten und des Geländes (Feder in Schwarz)
verso: "Museum" (Graphit)


Katalogtext:
Das Blatt aus der Serie der Bauafnahmen von Militärgebäuden durch Friedrich Wilhelm Selig (s. GS 14523) ergänzt die Darstellung GS 14523 von Zeughaus und Klosterkaserne um die weiteren zugehörigen Bauten sowie andere militärischen Zwecken dienende Einrichtungen. Sie Iagen alle zerstreut in dem Areal zwischen Mühlgraben ("Bras de la Fulde"), der Weserstraße und der Bremer Straße im nordwestlichen Altstadtbereich (vgl. den Stadtplan von Martens und Weise von 1803, GS 12467 und die Übersichtsskizze bei Eisentraut 1913). Es handelt sich um die beiden Pferdeställe Nr. 7 und Nr. 8 der Klosterkaserne (O und P), ein Reithaus (F) mit anschließender Schmiede (G) und Pferdepflegesaal (H), das Verpflegungsmagazin (K), Schuppen und Werkstätten (D, I, Q) sowie das Gießhaus für die Herstellung der Kanonenrohre (N). Die Militärbauten, denen auch die Wache des Wesertors (L) zugerechnet wird, sind durch Wiedergabe der Dachformen und -ausbauten sowie einen kräftigen roten Farbton hervorgehoben. Alle anderen Baulichkeiten werden lediglich im Umriß und farblich schwächer gezeigt. Die beiden in dem Bereich vorhandenen Mühlen sind nicht mit Buchstaben gekennzeichnet und in der Legende erklärt, sondern direkt bezeichnet.
Für die Datierung des Blattes ist die Benennung der zum Entstehungszeitpunkt offensichtlich nicht mehr existenten oder zumindest aufgegebenen alten Garnisonsbäckerei ("l'ancienne manutention") von Bedeutung. Sie wurde in der 'westphälischen' Zeit durch einen Neubau im Anschluß an den Pferdestall Nr. 8 der Klosterkaserne errichtet, wie auch der nachträgliche Vermerk in der Darstellung der Anlage (GS 14533) betont. Da das Gebäude auf dem Stadtplan von 1803 noch erscheint (GS 12467), in der vorliegenden Zeichnung aber bereits weggelassen ist, muß diese in der Zeit des Königreichs Westphalen entstanden sein (vgl. auch den Plan der Königl. Westphälischen Haupt- und Residenzstadt Cassel von 1813 von "v Hbt" = v. Humbert; Holtmeyer 1923, S. XXX).
Viele der dargestellten Bauten wurden beseitigt, als Kurfürst Wilhelm II. durch Johann Conrad Bromeis ab 1830 einen großen einheitlich konzipierten Neubaukomplex für die Artillerie beginnen ließ, der jedoch nicht ganz vollendet wurde (Has 1913, S. 407; Holtmeyer 1923, S. 500-502).
Das Blatt ist bei Has 1913, gegenüber S. 305, zur Veranschaulichung der Gesamtanlage der Artilleriekaserne abgebildet. Wahrscheinlich diente es auch als Vorlage für die Zeichnung (Skizze 1), die Eisentraut zu seinem Aufsatz in der Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde von 1916 anfertigte (Eisentraut 1916).
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
Has 1913, Abb. gegenüber S. 305; Holtmeyer 1923, S. 141, Taf. 88,1


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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