1.36.1.4 - Kassel, Hohentorkaserne, Entwurf, Aufriß



1.36.1.4 - Kassel, Hohentorkaserne, Entwurf, Aufriß


Inventar Nr.: GS 14527
Bezeichnung: Kassel, Hohentorkaserne, Entwurf, Aufriß
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1828
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Blau, schwarz, rosa und beige laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "VAN DER LEY"
Maße: 48,9 x 65,4 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben mittig: "Aufriß / von der Hohethor Caserne." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "Museum" (Graphit)
in der Darstellung: "WILHELMUS. II. ELECTOR HASSIAE. RENOVAVIT:" (Feder in Gold)
verso: "III / E."; III E 6"; H 96a" (Graphit)


Katalogtext:
Um 1828 veranlaßte Kurfürst Wilhelm II. den Umbau des Gebäudes der aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammenden Hohentorkaserne an der Unteren Königsstraße (vgl. GS 14521; Has 1913, S. 632; Holtmeyer 1923, S. 490-492). Die Maßnahme zielte darauf ab, dem gesamten vierflügeligen Kasernenkomplex mit seinen aus verschiedenen Zeiten stammenden Bauten ein einheitliches Aussehen klassizistischer Prägung zu geben (vgl. Lobe 1837, S. 91f.). Das vorliegende Blatt zeigt die in diesem Zusammenhang geplanten Veränderungen an dem ältesten Bauwerk der Anlage. Unter Beibehaltung der Achsenstruktur sollte die Fassade durch horizontale Gesimse und Vereinfachung der Fensterrahmungen ein gleichförmiges Erscheinungsbild erhalten. Gleichzeitig verschwanden die den Baukörper gliedernden Zwerchhäuser, und das Bauwerk wurde zugunsten eines flachen Walmdachs "von seinem Mansarden-Dach befreiet" (Cassel 1828, S. 55). Zur gestalterischen Angleichung an den gegenüberliegenden Kasernentrakt aus den Jahren 1806-1811 (vgl. GS 14522) sollten zwei Giebel an den Gebäudeenden erhalten bleiben, und die Mitte sollte durch eine Kolossalordnung von toskanischen Pilastern über einem Sockelgeschoß sowie Kranzgesims und Attika betont werden. Die Inschrift im Gebälk nennt den fürstlichen Bauherrn: "WILHELMUS. II. ELECTOR HASSIAE RENOVAVIT:" Diese Mittelpartie ist möglicherweise nicht in dieser Form verwirklicht worden, wie aus einer Ansicht der Königsstraße um 1850 hervorgeht (Stahlstich von G. M. Kurz nach Ludwig Rohbock; s. Lometsch 1966, S. 69).
Die Beseitigung des Mansarddachs steht im Zusammenhang mit den einschlägigen Aktivitäten der 1825 auf Initiative Kurfürst Wilhelms II. gegründeten "Verschönerungs-Kommission" (StAM Best. 53d; Cassel 1828, S. 23; Holtmeyer 1923, S. 491). Zu ihren Verschönerungszielen gehörte auch die Eliminierung der Freitreppen vor den Häusern, so daß folglich die fünf großen Freitreppen des Kasernenbaus in Podeste mit je zwei Treppenläufen umgewandelt wurden.
Wie bei vielen Entwürfen von Johann Conrad Bromeis und seinem Umkreis, dem der Zeichner zuzuordnen ist, findet sich auch hier unter der Darstellung des Bauprojekts ein breiter, rosa lavierter Streifen.
Stand: August 2007 [GF]


Literatur:
Holtmeyer 1923, S. 491, Anm. 7


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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