1.70.2.1 - Kassel, Garnisonkirche, Entwurf, Grundriß



1.70.2.1 - Kassel, Garnisonkirche, Entwurf, Grundriß


Inventar Nr.: GS 14609
Bezeichnung: Kassel, Garnisonkirche, Entwurf, Grundriß
Künstler: Johann Conrad Rudolph (1784 - 1844), Architekt
Datierung: um 1815
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz und Rot, grau, graubraun, braun und rot laviert
Träger: Papier auf Leinen
Wasserzeichen: -
Maße: 46,2 x 58,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben mittig: "Grundrisse / von der neu einzurichtenden Garnisons-Kirche hierselbst." (Feder in Braun)
in der Darstellung: "1te Emporbühne" (Feder in Braun)
oben rechts: "ad Nr 22/14. [...]" (Graphit)
oben rechts: "7,4" (Graphit)
unten rechts: "JCRudolph" (Feder in Braun)
in der Darstellung: Buchstaben (Feder in Braun)
verso: "Hof und Garnison-Kirche" (Graphit)
verso: "IV b.1.(3)" (Graphit)
verso: "72" (Farbstift in Schwarz)


Katalogtext:
Ab 1814 war Baumeister Johann Conrad Rudolph mit der Wiederinstandsetzung der Garnisonkirche beauftragt. Neben der Räumung der Kirche von magaziniertem Gut und der Wiederaufstellung des ausgelagerten beweglichen Inventars waren weitreichende Renovierungsmaßnahmen erforderlich, um die Kirche wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen. Abgesehen von der notwendigen Reparatur des maroden Daches stellte sich die schlechte Lichtführung innerhalb des Kirchenraums als wichtigste Bauaufgabe dar. Weitreichende Maßnahmen konnten aus Kostengründen zunächst jedoch nicht durchgeführt werden (StAM Best. 5, Nr. 11963 u. Best. 12c, Nr. 133; Best. 315e, III, Nr. 3, Kassel, Hofgemeinde).
Das vorliegende Blatt zeigt die neu einzurichtende Hof- und Garnisonkirche in der Grundrißdarstellung von Unter- und Emporengeschoß. Inwieweit der Zeichnung Entwurfscharakter zukommt bzw. sich Teile der Gestaltung auf den Baubestand beziehen, kann angesichts fehlender Nachrichten aus der 'westphälischen' Zeit nicht hinreichend geklärt werden. Die Zeichnung selbst gibt konkrete Hinweise auf die von Rudolph geplanten Veränderungen des Innenraums, die mit roter Feder hervorgehoben sind. So sollte die Treppe in der nordöstlichen Ecke von einem hölzernen Bau umschlossen und deren Stufenführung durch einen eingefügten Absatz verändert werden. Kirchenstände mit hölzernen Trennwänden waren auf Höhe der ersten Emporenbühne für privilegierte Besucher zu errichten (StAM Best. 12c, Nr. 133). Am östlichen Eingang entwarf Rudolph einen hier als Baubestand bereits eingetragenen Windfang, der unmittelbar in das mittlere Säuleninterkolumnium ragt. Abweichend von den späteren Darstellungen zeigt dieses Blatt einen stärker abgerundeten Brüstungsverlauf der ersten Empore, der entweder auf den Baubestand zurückzuführen ist oder aber einem Entwurf entspricht, der später mit dieser Änderung umgesetzt wurde.
Unklar ist die Darstellung des Südmauerwerks, dessen Fenster- und Portalöffnungen geschlossen sind, im Untergeschoß sogar mit komplett vermauerten Fenstergewänden. Eine in 'westphälischer' Zeit durchgeführte Maßnahme infolge der Nutzung der Kirche als Magazin ist unwahrscheinlich, da ein Zumauern der Fenster genügt hätte. Angesichts der fehlenden Beleuchtung des Kirchenraums, die Rudolph selbst auch problematisierte, kann die Darstellung aber schwerlich als Entwurf angesehen werden. Rätsel gibt außerdem der westliche Bereich des Kirchengebäudes auf, der ohne das Turmsubstruktionsmauerwerk dargestellt ist. Ob hier, wie aus der Zeichnung hervorgeht, tatsächlich eine queroblongen Turmhalle ohne Zugang zum Kirchenschiff geplant war, muß wegen fehlender Schriftquellen offenbleiben.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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